Zu nett für diese Welt? Mit Dirk und Phil

Shownotes

Zwischen Menschenfreund und Realist liegt oft nur ein schmaler Grat. In dieser Folge der „Halbzeit-Legenden" sprechen Dirk und Phil darüber, wie sehr man andere wirklich mögen sollte - im Job, in Freundschaften und im ganz normalen Alltag.

Wie viel Glaube an das Gute im Menschen ist gesund? Wann wird aus Vertrauen Naivität? Und warum ist es trotzdem wichtig, offen und zugewandt zu bleiben - gerade wenn's mal schwierig wird?

Ein ehrliches Gespräch über Idealismus, Enttäuschung und die kleine, große Hoffnung, dass Herzenswärme am Ende doch die beste Strategie ist

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Transkript anzeigen

00:00:00: Heute sind wir mal wieder ganz unter uns, nur noch zu zweit.

00:00:04: Das machen wir ja regelmäßig und vor allen Dingen immer dann wenn aus den vergangenen Folgen das ein oder andere von unseren Gästen einen klein wenig nachgehalten hat.

00:00:13: Und genau so ist es heute auch!

00:00:16: Man muss Menschen mögen.

00:00:17: Wenn man Führung ausübt und man ärgert sich eigentlich jeden Tag, wenn man Menschen sieht, dann hilft das eben nicht sondern man muss eigentlich sagen achja was bewegt denen?

00:00:26: Warum ist der hier?

00:00:27: Was interessiert denen?

00:00:29: Wie kann ich ihn ansprechen?

00:00:30: Wie kann mich motivieren und wie kann ich ihnen auch dazu bringen, dass er selbst Verantwortung für sich übernimmt.

00:00:36: Ja und wir haben gerade eben Stefan Ruppert gehört der ist Vorstand bei B-Braunen Melsungen und dort für Personal und Recht

00:00:43: zuständig Und das nehmen wir zum Anlass um heute mal über Menschen und Empathie und die Zuneigung oder Abneigung gegen Menschen zu sprechen.

00:00:52: in der neuen Folge der Halbzeitlegenden Ich hatte ja stellt sich doch als erstes die Frage, was macht für dich eigentlich einen Menschenfreund aus?

00:01:10: Also ein Menschenfreunde ist meines Erachtens jemand der ganz bewusst die Entscheidung getroffen hat anderen Menschen grundsätzlich mit Wohlwollen und Offenheit oder Empathie vielleicht auch zugewandt zu begegnen ohne dabei aber das nicht erforderlich seine eigenen Bedürfnisse komplett über Bord zu werfen.

00:01:28: Findest du, das ist eine aktive Entscheidung?

00:01:30: Ein Menschenfreund zu sein oder ist es irgendwie auch das Produkt dessen was dir so im Leben ein Stück weit auch widerfährt und was Du erlebst.

00:01:37: Ich glaube sowohl als auch!

00:01:38: Es ist schon natürlich ein Produkt dessens was Du erlebt hast weil Du vielleicht auch mal eine Korrektur im Leben vornimmst, weil irgendwas nicht so gelaufen ist wie Du Dir das vorgestellt hast oder Du Dich ungerecht behandelt gefühlt hast oder Dein Verhalten nicht ausreichend gespiegelt gesehen hat, dass mag sein aber es ist schon eine Haltung die ich eigentlich immer mal wieder justieren muss, wenn ich sie beibehalten möchte.

00:01:59: Also eine positive Grundannahme liegt dem eigentlich zugrunde.

00:02:03: nicht jeder auf der Welt ist mein Gegner und ich pflege zum Beispiel Offenheit statt Misstrauen.

00:02:08: Ich bin eher jemand, der das Herz auf der Zunge trägt und wirklich den Leuten das erzählt was ich wirklich denke ohne dass ich dann denke Was kann der daraus machen?

00:02:16: Das ist für mich schon ne Haltung Und ich versuche oder überhaupt der Menschenfreund versucht.

00:02:21: Ich rediere eher zum Menschenfreund als zudem zum Gegenteil.

00:02:27: Ich glaube, man geht wohlwollend mit den anderen um auch ohne dass sich davon einen direkten Nutzen haben.

00:02:33: Das ist genau die Frage.

00:02:34: also wie viel wieviel Nutzen hast du davon?

00:02:35: Dass die Anderen in deinem Umfeld davon nutzen haben das steht glaube ich außer Frage wenn man als menschenfreund durchs Leben geht.

00:02:41: Dr.

00:02:41: Stefan Ruppert hat ja damals in unserer Folge vor ein paar Wochen auch gesagt dass für ihn ein ganz elementares Brusselteil ist, dessen wie man Menschen führt oder das man Menschen überhaupt führen kann.

00:02:53: Siehst du das genauso?

00:02:54: Also bringt dich das im Leben weiter und bringt es damit auch andere Menschen weiter?

00:03:00: Naja also... in die eine wie andere Richtung ausschlagen.

00:03:03: Ich glaube, also so eine völlig unkontrollierte Freundlichkeit und Menschenfreundlichkeit auch auf die Gefahr hin ausgenutzt zu werden oder auf die gefahr hin das andere, dass völlig falsch steuten ist natürlich nicht das Richtige.

00:03:15: aber Menschenfreündlichkeit macht meines Erachtens grundsätzlich erst mal im ersten Schritt das Leben leichter aus mehreren Gründen.

00:03:21: du kannst zum Beispiel bessere Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen.

00:03:24: Du bist nicht ein Einzelgänger.

00:03:26: viele mögen es auch alleine sein Aber eigentlich ist der Mensch vom Grunde her ein Familien Herdentier und da hilft natürlich die Menschenfreundlichkeit, außerdem ist es so.

00:03:35: Menschen helfen dir auch eher, wenn du mal Selbsthilfe brauchst.

00:03:38: Wenn du ein freundliches Gemüt bist als wenn du so ein Grießkram bist.

00:03:41: Er soll weiter da seine eigenen Müllmalen.

00:03:45: Ja aber als Gegentee ist er jetzt mal in den Raum gestellt.

00:03:48: Wenn man permanent als Menschenfreund auftritt und den anderen immer nur was Gutes tun willst dann steigt ja automatisch die Gefahr dass du ausgenutzt wirst?

00:03:55: Absolut!

00:03:56: Die steigt und ich glaube das auch.

00:03:57: die Motivation nicht immer ist den andern etwas Gutes zu tun.

00:04:01: also ich glaube wenn du freundlich bist hilfsbereit bist und wenn du den menschen zugewandt bist dann machst du das schon auch ein stückweit aus eigen nutz.

00:04:10: also ich muss sagen Ich würde mich als zugewandten Menschen bezeichnen, als freundlichen Menschen und ich mach das nicht nur damit es den anderen gut geht.

00:04:18: Da bin ich ganz ehrlich sondern...

00:04:20: Damit's auch dir selbst gut geht?

00:04:22: Richtig!

00:04:23: Also ich hab weniger Konflikte auszutragen dadurch mit anderen.

00:04:26: Ich habe ein Gefühl von Zufriedenheit und leide dann richtig drunter wenn ich irgendwo hinkomme und bekomme dort den Eindruck vermittelt ich sei nicht willkommen.

00:04:35: also man wird förmlich süchtig nach dieser Anerkennung und nach der Zuneigung, wenn man sich selbst eher als Menschenfreund zieht.

00:04:41: Also das hat alles Vor- und Nachteile.

00:04:44: Aber hast du nicht auch schon Konflikte dadurch heraufbeschworen?

00:04:47: Dass du zum Menschen freundlich bist?

00:04:49: Weißt du was ich meine?

00:04:50: Das kann ja auch ins Gegenteil kippen!

00:04:51: Ja dass du am Ende sagst Mensch wäre ich da mal ein bisschen stringenter konsequenter gewesen dann hättest vielleicht die und diese Situation nicht gegeben und ich hätte am ende dieses und jenes Problem gar nicht mehr zum Leben erweckt

00:05:03: weil Du bist natürlich automatisch wenn du immer nur mensch bist der Harmonie bedürftig ist.

00:05:08: Bist du jemand, der auch schnell in die Harmonie Sucht abrutschen kann?

00:05:13: Und dann kannst du in die Situation kommen, dass du eigentlich nur zur Vermeidung irgendwelcher Konflikte und vielleicht nur kleiner Diskussionen, die gar nicht so richtig weh tun, dass Du versuchst die Harmonien zu halten und dadurch Dinge, Probleme nur in die Zukunft zu schieben.

00:05:28: Die eigentlich auch heute schon gelöst werden können und die dadurch nicht kleiner werden sondern immer größer.

00:05:32: also ich bin nicht derjenige der sagt Menschenfreundlichkeit, Zugewandheit ist die einzige Möglichkeit, auf dieser Welt zu leben.

00:05:41: Es gibt auch andere gute Möglichkeiten und ich habe auch schon viele Menschen kennengelernt die eher nicht so ein freundliches Gemüt haben, die mir aber sehr wertvolle Gesprächspartner sind, sehr wert volle Freunde weil sie eben auch die Dinge auf den Punkt bringen klare Grenzen setzen und dadurch auch sehr straight und zielorientiert eine Beziehung steuern und führen können.

00:06:05: Was sagst du denn, wenn ich jetzt sage was ich in meinem Leben zumindest erlebt habe ist das oft oder relativ häufig Menschen die über eine überschaubare Empathie verfügen gerade auch im Berufsalltag eher in Führungspositionen kommen als diejenigen die im Zweifel das tun was immer gut für den menschen aber vielleicht nicht gut für die Sache ist?

00:06:26: Also ich glaube um in Fährungsposition zu kommen musst du schon empathisch sein.

00:06:31: Aber empathisch seien heißt ja eigentlich nur mit dem Kopf des anderen denken können.

00:06:36: Das heißt ja nicht, dass ich dann nicht diese Fähigkeit auch zu meinem eigenen Vorteil und zum Vorteil des Unternehmens, das ich vertrete ausnutzen kann.

00:06:44: Empathie schließt das meines Erachtens nicht aus – das fördert es!

00:06:47: Also Führungsfähigkeit erfordert meiner Meinung nach Empathies weil ich muss schon in der Lage sein... dahinter zu steigen, was der andere vielleicht denkt.

00:06:56: Was ist der, den ich gerne führen möchte als Führungskraft möglicherweise in seinem Kopf hat?

00:07:01: Weil es natürlich dann viel einfacher ist auch die Dinge so zu steuern und in die Richtung zu lenken wo ich sie haben möchte.

00:07:08: Also ich finde tatsächlich wenn ich das mal so überschlag in meinem Leben und welchen Menschen ich in Führungspositionen begegnet bin oder was ich ja aus dem privaten Umfeld somit bekomme habe ich tatsächlich häufig dass kann natürlich subjektiv jetzt auch geprägt sein anderen Eindruck Weil ich glaube, derjenige, dem es eher egal ist wird automatisch so eine ... Ich weiß jetzt nicht ob das eine Form von Stärke oder ein konsequenteres Handeln.

00:07:32: Vielleicht macht er sich einfach nicht so viel Gedanken um Prozesse und die Konsequenzen daraus?

00:07:36: Also ich würde mich tendenziell auch als Menschenfreund bezeichnen obwohl ich nicht alle Menschen mag und ich vielen Menschen kritisch gegenüberstehe können wir vielleicht gleich noch mal darüber reden.

00:07:46: Aber ich merke bei mir, also manchmal würde mir etwas weniger Empathie dabei helfen, konsequentere und richtigere Entscheidungen zu treffen.

00:07:55: Und die auch anders zu kommunizieren?

00:07:58: Bin ich anderer Meinung!

00:07:59: Also ich hatte zum Beispiel in meinem Berufsleben ... du weißt ja dass ich auch ganz andere Sachen schon gemacht habe, hatte ich mal ein Team von Menschen, die tätig waren ehrlich gesagt unter schwierigen Arbeitsbedingungen in der Produktion.

00:08:12: Also man muss dazu sagen vielleicht für alle dies nicht wissen... Firmen geleitet.

00:08:16: Und das waren Produktionsteam und das war relativ heiß dort wo die gearbeitet haben, und die wurden immer ich sage es jetzt mal rennitenter und immer weniger zur Zusammenarbeit willig!

00:08:28: Ich habe mir gedacht was ist denn da los?

00:08:30: Was ist da

00:08:31: passiert?!

00:08:32: Und ich bin einfach nicht richtig dahinter gekommen weil es war irgendwie eine Kommunikationsstörung vorhanden und irgendwann habe ich raus bekommen weil ich gemerkt habe Es muss etwas anderes sein.

00:08:42: Das ist nicht das worüber wir hier eigentlich streiten.

00:08:44: Wir haben über jeden Mist gestritten dann an der Stelle und der Punkt war, die mussten bei echt hohen Temperaturen arbeiten.

00:08:52: Und es gab vorher einen Getränkeautomaten, der ganz leicht zu erreichen war und der war abgebaut.

00:08:58: Es war einfach nicht möglich gekühlte Getränken mehr zu bekommen und das war der Stein des Anstoßes.

00:09:04: also konnte das Problem gelöst werden durch Empathie weil Ganz klar die Entscheidung kam, wir brauchen hier wieder ein Getränkeautomaten.

00:09:12: Wir brauchen die Möglichkeit gekühlte Getränken zu bekommen und ein Wasserspender.

00:09:16: das kam damals erst so auf.

00:09:17: mit diesen Wasserspendern gibt es noch dazu sodass man auch kostenfrei sich kalte Becher Wasser ziehen kann Und die ganzen Konflikte waren dadurch gelöst.

00:09:25: Das heißt also Empathie war hier die Grundvoraussetzung der Führungskraft eine Entscheidung zu treffen den Leuten dort geholfen hat, aber letztendlich vor allem dem Unternehmen selbst.

00:09:36: Weil dadurch eben wieder Ruhe im Karton war.

00:09:39: Das wäre aber schön wenn so ein Beispiel häufiger Schule machen würde.

00:09:42: also gefühlt hört man sowas ja viel zu selten das genau durch so einen Faktor von Empathie durch so Kleinigkeiten dann wiederum großes bewerkstelligt werden.

00:09:50: Ich glaube,

00:09:50: dass es häufig bei Konflikten nicht um das Thema geht, was im konflikt ausgetragen wird sondern das sind ganz andere dinge.

00:09:56: also zum beispiel des berühmte fastes durch einen tropfen zum überlaufen gebracht wurde dann ist es nicht der tropfen sondern es ist eben das was vorher schon in fast drin ist und das gilt es dann zu eruieren.

00:10:06: oder das kriegst du als führungskraft meines erachtens nur hin wenn du empathie hast wenn du auch ein stückweit menschenfreund bist weil nur dann wenn du menschen freund bist erzählen dir die leute was sie eigentlich bedrückt Weil die werden sehr, sehr wortkark dir als Führungskraft gegenüber.

00:10:20: Wenn sie nicht das Gefühl haben, Sie finden Gehör, sie werden respektiert und akzeptiert und freundlich mit Herz behandelt.

00:10:29: Deswegen sage ich mal so es ist eine Voraussetzung, die dir im normalen Leben dienlich ist.

00:10:36: aber ich glaube nicht was du vorhin gesagt hast dass Führungskräfte In der Regel keine Empathie haben.

00:10:41: Ich glaube, richtig gute Führungskräfte haben genau das, weil es Voraussetzung für gute Fährung

00:10:46: ist.".

00:10:51: Ihr könnt ja gerne nochmal reinhören in die Folge mit Dr.

00:10:53: Stefan Ruppert bei uns.

00:10:55: Kann man natürlich noch mal in voller Länge sich anhören und das fand ich ganz spannend was er da einleiten damals gesagt hat.

00:11:01: Dass er gesagt hat, ich habe gelernt im Laufe meines Lebens dass EmpathIE ein Schlüssel ist um gut führen zu können!

00:11:08: Was würdest du denn sagen?

00:11:10: Hast du so eine ähnliche Entwicklung hingelegt mit Blick auf Empathie, dass dir das Türen auch öffnen kann?

00:11:16: oder warst du tatsächlich schon immer ein Menschenfreund der das ganz gut einschätzen konnte?

00:11:20: Also ich sage es jetzt mal ganz platt.

00:11:22: Ich war eigentlich schon immer einen freundlichen Kerl und Monster Typ.

00:11:25: Nein!

00:11:27: Das ist kein unbedingtes Zeichen vom Grunde erst einmal von Stärke sondern mir war einfach Streit Ehrlich gesagt, so viele Konflikte und so viele Diskussionen um unterschiedliche Positionen immer schon zu viel.

00:11:41: Sondern mir war es eigentlich immer viel angenehmer wie es eigentlich den meisten Menschen ist wenn sich alle verstanden haben Wenn das ganze von Harmonie getragen war.

00:11:51: ich habe aber dann gemerkt sehr schnell dass Es schon auch hilft wenn man von Den anderen als empathisch Als zugewandt als freundlich wahrgenommen wird.

00:12:02: zugewanntheit ist für mich auch ein ganz ganz Wichtiges Thema im Zusammenhang mit Menschenfreundlichkeit, weil ich glaube nichts ist schlimmer zum Beispiel im Berufsalltag wie wenn ein Mitarbeiter das Gefühl hat er erzählt seinem Vorgesetzten eine Geschichte die ihn nicht interessiert.

00:12:20: Viele Mitarbeiter wollen nur eines sie wollen gehört werden.

00:12:23: Die wollen dass ihnen jemand zuhört.

00:12:25: Das ist im Prinzip schon alles und zwar wirklich interessiert und authentisch zuhört, nicht irgendwie nur tun als ob er zuhörte.

00:12:33: Und ich glaube dann führt das Ganze auch zu einer offenen Kommunikation weil Kommunikations macht ja nur Sinn wenn es nach allen Seiten offen ist und man das Gefühl hat man wird auch gehört.

00:12:44: Es ist so dass wir ein Team bekommen was viel mehr von Loyalität getragen ist und auch leistungsbereiter ist wenn man das gefühlt hat Man wird gehört und man hat eine Zugewandtheit bei seinen Vorgesetzten und man hat vor allem eines nicht.

00:12:57: Man hat kein angstgetragenes Verhalten, sondern man weiß der ist zugewandt er ist freundlich der ist ehrlich auch ein ganz ganz wichtiger Faktor im Bereich der Führung Und ich kann hier mit meinen Problemen zu ihm kommen, sie werden gehört.

00:13:11: Das heißt nicht dass du jedes Problem im Sinne des Mitarbeiters lösen kannst.

00:13:14: das funktioniert nicht.

00:13:16: aber er muss das Gefühl haben er wird A gehört und B ernst genommen.

00:13:20: es ist aber finde ich eine sehr sehr schmale Grenze oder ein schmaler Grad zwischen Empathie und auch dieser Harmonie Bedürftigkeit.

00:13:28: das Wort Harmonie hast Du ja auch schon angesprochen gerade mit Blick auf Führung und der Tatsache dass das vielleicht auch dann dazu führt dass man getrieben aus diesem Gefühl, dass man es allen recht machen will.

00:13:40: Das kenn ich zum Beispiel aus meinem Privatleben.

00:13:42: also mir wird oft gesagt du willst das wirklich immer allen rechtmachen und dadurch läufst du glaube ich auch irgendwann Gefahr, dass du's niemandem so richtig recht machen kannst.

00:13:51: weißt was ich meine?

00:13:52: Also man verteilt dann diese Empathie ja musst dir so ein bisschen vorstellen wie eine Schotterpiste.

00:13:58: Du läufest über so ne Straße Einmal in der Hand, mit der du das im Prinzip glatt ziehen kannst.

00:14:04: Aber da sind so viele Schlaglöcher und so viele Bodenwellen drin, dass du versuchst alles bis sie abzudecken aber kein Schlagloch ist am Ende bis obenhin voll?

00:14:13: Es ist auch so, dass natürlich wenn du es jedem recht machen willst, du es am Ende keinem recht machst weil es funktioniert eben nicht eine Entscheidung zu treffen die jedem gerecht wird.

00:14:22: Und es führt vor allem auch dazu, dass Entscheidungen verwässert werden.

00:14:25: und nichts ist eigentlich schädlicher als gerade ich rede jetzt immer noch vom geschäftlichen Umfeld als verwässerte Entscheidungen, weil es sind keine Entscheidungen.

00:14:32: ohne Entscheidungen wirst du am Ende nicht erfolgreich sein.

00:14:35: Was auch der Fall ist wenn du's jedem recht machen willst, wirst Du auch als Vorgesetzter nicht ernst genommen sondern man sagt naja das ist halt ein Windei und ein Opportunist der dreht seinen Fähnchen nach dem Wind.

00:14:47: und viele Menschen glaube ich die immer auf Freundlichkeit und Harmonie aus sind sind natürlich dann auch geneigt wenn sie mit A reden.

00:14:55: diese Meinung zu vertreten ist ja angenehmer und bei B möglicherweise zumindest ein bisschen die Meinung dann wieder auszurichten nach den Wünschen von b. also ich glaube man muss oder anders.

00:15:06: Ich glaube Empathie, Menschenfreundlichkeit ganz wichtige Dinge um führen zu können aber man muss immer auch die Grenzen ausloten.

00:15:17: wie sehr kann ich hier als menschenfreund agieren?

00:15:19: Und wie sehr muss sich vielleicht eben dann doch wirklich Ross und Reiter mal nennen, muss auch entscheidungsfreudig sein.

00:15:27: Es geht halt nicht

00:15:28: anders.".

00:15:28: Und dann lass uns das doch jetzt mal alles noch ein Stück weit ins Privatleben hinüber retten und aufs Privatleben entsprechend auch projizieren.

00:15:35: denn ich weiß nicht wie es bei dir ist in deinem Leben mit den Beziehungen die du geführt hast wieder so war... Ich habe da sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht im meinem Leben.

00:15:44: also ich hatte entweder Beziehung in denen es ganz viele Konflikte gab und ganz viel Streit gab oder wahnsinnig harmonische Beziehungen, in denen man sich prinzipiell überhaupt nicht streitet.

00:15:55: Habe ich momentan jetzt zum Beispiel auch wieder wo ich mir denke ist das jetzt gut oder ist es schlecht?

00:15:58: Also weißt du ein bisschen Reibung erzeugt ja auch gewisse...

00:16:03: Ist ja genau die Frage und die würde ich dir eigentlich gerne stellen für dich Harmonie ein Zeichen von Stärke und von guter Beziehung oder vielleicht auch ein Zeichen von Konfliktvermeidung und von Verschieben der aktuellen Probleme in die ungewisse Zukunft.

00:16:16: Also ich glaube Harmonie ist per se immer ein gutes Zeichen, gerade bei zwischenmenschlichen Beziehungen definitiv.

00:16:22: Da müssen wir glaube ich drum herum reden das ist definitiv so.

00:16:26: natürlich gibt es aber bedingt auch durch diese harmonische Grundausrichtung in der man sich ja dann auch breit macht gibt's natürlich Momente in denen du glaube ich nicht so direkt an einen konflikt suchen würdest weil du ja immer im Hinterkopf hast, wie wunderbar harmonisch das gerade ist.

00:16:42: Und das kann glaube ich irgendwann auch zu einer Gefahr werden.

00:16:45: und ich glaube in den entscheidenden Momenten musst du dann verstehen wann auch gut es mit der Harmonie und wann es sich vielleicht auch mal lohnt?

00:16:53: Im Sinne von da wächst man dran, da zieht man einen Mehrwert raus, dann auch einmal ein Konflikt sehr bewusst einzugehen!

00:17:00: Ich glaube

00:17:00: es bringt dir auch nichts wenn du mit einer Situation, mit dem Verhalten deines Partners total unzufrieden bist, damit eigentlich nur sehr schwer leben kannst oder eher mit deinem Verhalten nicht ganz klar kommt.

00:17:12: Wenn man das einfach verdrängt, das bringt ja nichts sondern es macht schon Sinn vernünftig miteinander zu reden und je früher man das macht umso geringer ist die Gefahr dass es eskaliert.

00:17:26: also man sollte immer darauf achten dass man das in Sachlichkeit und durchaus in der Beziehung auch von Liebe getragen vorträgt einander und dabei auch den Respekt nicht verliert.

00:17:37: Und ich glaube, ganz wichtig ist eben je, ich sag mal harmonischer die Basis ist umso eher kann ich dann – da bin ich vollkommen bei dir – natürlich auch den einen oder anderen Konflikt austragen.

00:17:51: Ich glaube dass wenn du wirklich alles unter die Harmonie stellst und sagst wir wollen Die Harmonie um keinen Preis auch nicht für eine ganz kurze Zeit gefährden.

00:18:04: Dann werden die Probleme verdrängt, werden nur größer.

00:18:06: Deine eigenen Bedürfnisse gehen unter und letztlich bist du als Paar nur dann glücklich und zufrieden wenn jeder einzelne in der Beziehung zufriedene ist.

00:18:14: Und dann gibt es ein ganz ganz wichtiges Thema Der Respekt voreinander kann verloren gehen.

00:18:19: Und ich glaube, wenn der Respekt vor einander auch nur im Ansatz verschwunden ist dann war es das mit der Beziehung.

00:18:24: den kannst du auch ganz ganz schlecht wiederherstellen.

00:18:26: was

00:18:26: hältst denn von der These dass Du auch nur richtig gut und richtig ehrlich dich streiten kannst Wenn Du eine gewisse Grundharmonie als Basis hast weil Du dann immer auch im Hinterkopf hast Selbst wenn wir uns jetzt mal kurz richtig übel ankacken und mal ein bisschen was aufgestautes rauslassen, wir wissen immer.

00:18:43: Wir fallen wieder auf diese grundharmonische Basis und das im Kombination mit diesem Respekt den du gerade schon angesprochen hast sorgt ja dann dafür dass das auch nicht persönlich wird also dass niemand dem anderen etwas persönlich krumm nimmt sondern dass man dem Hinterkopf dann in dem Moment auch schon weiß und auch wenn es jetzt mal kurze ein bisschen lauter ist Wir haben diese Harmonie, auf die wir immer uns wieder berufen können danach.

00:19:05: Ich glaube es kommt darauf an in welchem Umfeld du diskutierst und streitest.

00:19:09: ich denke in einem Beziehungsumfeld ist das absolut wichtig dass man weiß der andere meint's ja nur gut für die Beziehung und nicht vielleicht für mich.

00:19:18: das kann schon sein er meints für sich primär gut aber ich glaub jeder Mensch ist so dass er erstmal aus seiner Warte sieht aber er meinsgut für die beziehung.

00:19:25: Ich glaube, in anderen Feldern ist das nicht so.

00:19:27: Da kann ein sehr freundlicher Politiker beispielsweise auch sehr hart diskutieren mit einem Vertreter der anderen Richtung und hat kein Interesse daran, dass man harmonisch miteinander umgeht.

00:19:40: Im Gegenteil wird natürlich viel für die Öffentlichkeit gemacht.

00:19:44: aber ich glaube, dass die Harmonie da keine Rolle spielt und auch nicht unbedingt wertbildend für eine gute Auseinandersetzung ist.

00:19:55: an meinem Arbeitsplatz denken in unserer Redaktionsküche.

00:19:59: Da gibt es, wie glaube ich in vielen anderen Unternehmen oft das Thema benutztes Geschirr.

00:20:03: Wer räumt das jetzt ein?

00:20:04: In der Tee-Küche, in diese Spülmaschine die da steht... Der größte

00:20:10: Menschenfreund sollte da die Menschenfreudlichkeit mal an der Garderobe abgeben!

00:20:14: Ich glaube, dass ist kein Thema der Menschenfreutigkeit oder Freundlichkeit, sondern eine Frage der Fairness.

00:20:19: und ich glaube, da sollte man auch nicht zu Harmonie bedürftig sein, sondern wirklich jeder sollte das in einem gewissen Rhythmus machen

00:20:28: Sogar nicht drauf hinaus, sondern die Geschichte geht noch weiter.

00:20:30: Und da hingen jahrelang ein Zettel über dieser Spülmaschine und irgendwann stand darauf so sinngemäß Mensch.

00:20:39: heute Erstaunliches ist passiert.

00:20:41: Die Spül Maschine war mal eingeräumt, es stand bei nichts draußen muss ein guter Mensch gewesen sein.

00:20:46: Hing einfach so einen anonymen Zettl her und Kollege den wir beide gut kennen hat dann drunter geschrieben gute Menschen sind ein Wunder Und das habe ich bis heute vor mir und denkt manchmal, wenn man so durch die heutigen Zeiten geht.

00:21:05: Man denkt sich manchmal wie viele Menschen sind eigentlich wirklich gute Menschen?

00:21:08: Sind gute Menschen wirklich ein Wunder?

00:21:11: Also ist der Mensch an sich vielleicht gar nicht so gut, wie man sich selbst subjektiv vielleicht auch manchmal hin bastelt damit man bisschen entspannter durch die Welt geht.

00:21:18: also Ich hab nach wie vor den Glauben dass das gute im menschen überwiegt dass wir alle gut geboren werden.

00:21:26: Aber wird er auch regelmäßig unterfüttert bei ihr?

00:21:28: Ja,

00:21:28: ich glaube... Guck mal!

00:21:30: Ob das ein Tier ist oder ob es ein Mensch ist, ein junger Mensch, die haben doch alle eigentlich erst einmal nur das Gute im Sinn.

00:21:39: also alles andere wird ja irgendwie anerzogen und ich glaube man muss einfach schauen, dass man diese guten Eigenschaften und diese Menschenfreundlichkeit sich nicht zuschütten lässt durch schlechte Erfahrungen und dabei auch die schlechten Erfahrungen überbewertet.

00:21:57: Nimm mal zum Beispiel das Leben der Beziehung, jeder hat wahrscheinlich schon wenn er nicht nur eine Beziehungen hatte auch mal was erlebt dass nicht so schön war in der Beziehen.

00:22:06: Aber willst du diese Erfahrungen jetzt in alle anderen Beziehungen tragen und sagen, das wird sowieso wieder nix?

00:22:12: Gut.

00:22:13: Das ist da ganz schief gelaufen und alle Frauen oder umgekehrt alle Männer sind gleich.

00:22:19: Diese Pauschalisierung sind ja sowieso Quatsch eigentlich klar!

00:22:22: Also ich glaube, man muss den Menschen als solches immer wieder eine Chance geben.

00:22:26: Immer wieder und immer wieder!

00:22:27: Ja der Mensch an sich ist ja eigentlich auch gut.

00:22:29: das Thema habe ich auch oft privat.

00:22:30: wenn du irgendwas liest da hat der und er dies und jenes gemacht dann ist man oft so an dem punkt wo man denkt mensch auch der war ja mal irgendwann ein süßes unschuldiges kleines baby dass mit großen augen irgendwann in diese welt gegangen ist und was es da dazwischen passiert bis zu dem was heute so ist und klar an sich schon.

00:22:48: aber Ich finde halt und da muss man aufpassen, ich muss mich selbst auch häufig daran erinnern an diese Geschichte.

00:22:54: Dass in diesen Zeiten wo wahnsinnig viel auch polarisiert wird, wo du wahnsinn nicht viele natürlich auch an negativen Dingen zuerst mitbekommst weil das eben die Dinge sind, die eher Schlagzeilen machen, die die Menschen auch eher konsumieren dass man da aufpasst, dass man nicht den Menschen grundsätzlich infrage stellt Und da kämpfe ich bin ich ehrlich manchmal auch so ein bisschen damit.

00:23:18: Ich glaube, dass ich auch dazu tendiere diese negative Nachrichten zu sehr dann auf alles runterzubrechen oder es der Welt überzustülpen in gewisser Weise.

00:23:29: Weil mich negative Nachichten und schlimme Nachrichten einfach anders mitnehmen als wenn ich was Positives lese.

00:23:34: ne?

00:23:35: Das lese ich und nehme's eher so als Gott gegeben hin ja.

00:23:38: aber über das Schlechte, das Schlimme denke ich dann irgendwie nach oder denke ich automatisch auch nach was das in Menschen auslöst.

00:23:44: Das ist ganz komisch finde ich inzwischen.

00:23:46: Ja man kriegt natürlich auch sehr, sehr viele Nachrichten mit.

00:23:49: Das war früher nicht der Fall und man merkt natürlich oder spürt gerade in sozialen Medien das negative Nachrichten wirklich multipliziert werden und sehr vielfach wahrgenommen werden und vielfach auch kopiert werden.

00:24:05: Und das führt dann zu dieser Wahrnehmung alles ist schlecht aber ich glaube es ist nicht alles schlecht.

00:24:09: fang mal zu Hause an und schau dir mal dein engstes Umfeld an Freunden Partnern,

00:24:16: Eltern und Familie

00:24:17: an.

00:24:17: Schau mich mal an!

00:24:20: Das sind doch erst einmal überwiegend liebe Menschen mit guten Absichten und das sind die, die du kennst.

00:24:27: Und jetzt ich will nicht dich in irgendeiner Weise anzweifeln aber dass du das jetzt mega gute Händchen hast, dass so nur die besten dir ausgesucht hat ist nicht weil im meinem Umfeld sie komischerweise auch alle meiner Meinung nach liebe Menschen freundliche Menschen also.

00:24:42: das heißt wir haben doch eigentlich Vor allem die Probleme, wenn wir in der Masse und sehr Interessen geprägt aufeinandertreffen.

00:24:49: Und logischerweise vertritt man die eigenen Interessen – das macht dich aber nicht böse!

00:24:53: Ich glaube, wir sollten tolerant sein.

00:24:56: Wir sollten wirklich versuchen, empathisch zu sein mit dem Kopf des anderen zu denken und uns vor dem Hintergrund dessen eine Grundfreundlichkeit bewahren.

00:25:05: Das macht vieles einfacher und es ist auch bei mir so gerade in der heutigen politischen Auseinandersetzung.

00:25:10: Es gibt gewisse Meinungen, die möchte ich eigentlich gar nicht hören.

00:25:14: Das macht die Menschen aus meiner Sicht nicht unbedingt schlecht, weil sie haben überwiegend ja einen Grund für das was Sie da vertreten.

00:25:20: Der Grund mag für mich nicht akzeptabel und nachvollziehbar sein aber sie persönlich für sich haben ihre Gründe diese Meinung zu vertretern.

00:25:27: ich habe mit den Menschen deswegen gar nicht so ein Problem Aber ich wirklich behalte mir vor mit den Meinungen ein Problem zu haben und gewisse Diskussionen bin ich ganz ehrlich auch nicht mehr führen zu wollen.

00:25:38: Ich glaube diese Trennung ist auch in diesen Zeiten ganz besonders wichtig.

00:25:42: man war denn das letzte mal Die Situation so, dass du das Gefühl hattest.

00:25:46: Ich hab so ein bisschen den Glauben an die Menschheit verloren.

00:25:49: Kennst du das oder hast du dieses Gefühl irgendwie nie?

00:25:51: Weil es gab's noch ein paar Situation in meinem Leben wo ich dachte okay jetzt drehen sie wirklich alle durch und die Menschlichkeit ist irgendwie komplett auf der Strecke

00:25:58: gegeben.

00:25:59: Also in meinem persönlichen Umfeld hatte ich das ehrlich gesagt noch nie aber in der großen Welt natürlich immer mal wieder wenns zum Beispiel um irgendwelche Anschläge geht wo man oder Kriege, wo man keine Rücksicht nimmt auch auf Kinder.

00:26:17: Oder was da eben alles passiert?

00:26:18: Ich meine Kriege per se sind schlecht und Kinder oder alte Leute betroffen sind.

00:26:22: aber insbesondere dann verliert man natürlich schon ein bisschen den Glauben an die Menschheit.

00:26:27: das ist überhaupt keine Frage.

00:26:28: Aber jetzt im direkten Umfeld ehrlich gesagt noch nie.

00:26:35: Jetzt ist Menschenfreundlichkeit ja wirklich etwas, was unglaublich wichtig ist.

00:26:39: Das haben wir jetzt auch glaube ich schon entsprechend herausgearbeitet und die einen auch durchaus weiterbringen kann im Leben und auch weiter bringen sollte immer eigentlich weiterbringen sollte zumindest in einer perfekten Welt.

00:26:50: aber trotzdem gibt es ja Situationen oder diese Frage die im Raum steht wann ist der Punkt da an dem ich durch meine vielleicht auch übertriebene Menschenfreündlichkeit an einem punkt bin wo ich zum Verlierer werde weil die Dinge dann sich gegen mich wenden.

00:27:04: Aus welchen Gründen auch immer, wenn du es übertreibst mit der Menschenfreundlichkeit und das als Boomerang ein Stück weit auf dich zurückkommt?

00:27:10: Also erstmal meine These ist schon die dass ich sage niemand isst per se und nur aus sich heraus hilfsbereit und menschenfreundlich sondern man möchte irgendwie auch was dafür bekommen.

00:27:21: Da gehe ich absolut mit!

00:27:23: Das ist nicht bei jeder Handlung so dass das überallem steht.

00:27:27: aber ich glaube selbst wenn ich irgendwo Frau über die Straße helfe, da hatte ich mal eine ganz blöde Geschichte.

00:27:36: Es ist jetzt nur weil es mal was anderes ist... Ich habe eine alte Frau gesehen, die hat Einkaufstaschen aus dem Supermarkt getragen und das war spiegelglatt auf diesem Parkplatz!

00:27:48: Und ich bin hingegangen zu dieser Frau und wollte sie praktisch am in die Hand reichen, damit sie leichter dort läuft und nicht hinfällt.

00:27:57: Das Problem war also er hat sich festgekrallt an meinem Arm ich bin richtig auf die Schnauze gefallen und habe sie dabei noch zu Boden gerissen!

00:28:06: Und ich muss ganz ehrlich sagen mein Ziel der Hilfe war ja eigentlich diese Frau glücklich zu machen.

00:28:10: das Gegenteil war natürlich der Fall weil wir lagen beide wirklich da meinen Anzug.

00:28:14: Ich war geschäftlich unterwegs und hatte zwei große Löcher in den Gnien und die arme Frau ist kaum mehr hoch gekommen nach hinten los.

00:28:23: Und das, was ich eigentlich bezwegt hatte, muss ich sagen ein dankes Blick der Frau und vielleicht habe ich auch bisschen Beifall heißt nicht in die Gegend gucken wollen, dass ich für netter Kerl bin ja?

00:28:33: Das ist natürlich voll in die Hose gegangen!

00:28:36: Und das war so einen Punkt wo ich gedacht hab das nächste Mal überlege ich mir besser ob ich überhaupt in der Lage bin dieser Frau zu helfen.

00:28:41: also das war eine ganz ganz blöde Situation.

00:28:44: aber ich glaube insgesamt ist es so dass schon viel passieren muss um wirklich sich zu sagen Es ist hier ein Punkt erreicht, wo ich einfach jetzt dauerhaft den Schalter umstellen sollte und weniger freundlich sein.

00:28:59: Das kann in einer einzelnen Beziehung so sein dass man sagt dieser Freund hat mich ausgenutzt oder dieser Kollege, der ruht sich auf meinem Rücken aus und wird anerkannt.

00:29:10: Weil er in dem kompetitiven Wettbewerb der Mitarbeiter untereinander besser aussieht als ich.

00:29:15: Und da profitiert er zu großem Teil auch von meiner Leistung – das stört natürlich irgendwann!

00:29:19: Das ist überhaupt keine Frage.

00:29:20: Keiner mag den Kollegen, der schnarcht ja und einfach nichts zum gemeinsamen Erfolg beiträgt.

00:29:26: Da gibt's welche, Phil kann ich dir sagen?

00:29:28: Ich glaube du kennst die auch.

00:29:30: Ich muss sagen, da kommt dann so punktuell natürlich raus.

00:29:33: Hier ich bin jetzt auch mal ein bisschen weniger freundlich weil auch da man natürlich schon ein bisschen freundlicher ist und hilfsbereit dem Kollegen gegenüber in der Erwartung.

00:29:41: Der ist es zu mir auch wenn ich merke da kommt gar nichts zurück.

00:29:44: Dann war's das aber das war nicht der Punkt der erreicht ist dass sich sage ich bin generell nicht mehr freundliche sondern ihm gegenüber.

00:29:51: Das

00:29:51: sind wir wieder bei der Pauschalisierung Und ich glaube was du gesagt hast ist extrem wichtig und da müssen wir uns auch ehrlich machen Auch bei Menschenfreundlichkeit und bei Empathie.

00:30:03: Und bei Harmonie.

00:30:04: darum geht, dass man selbst einen Benefit davon hat.

00:30:07: Ich hatte neulich eine Geschichte, die hatte ich jetzt sogar schon ein paar Mal erlebt.

00:30:11: Bei mir im Fitnessstudio ist eine junge Frau, die hat eine schwere Krankheit oder einen schweren Unfall gehabt – genau weiß ich es ehrlich gesagt nicht!

00:30:19: Die kann im Prinzip selbst nicht mehr gehen sondern... Die kann sich nur mit einer Gehilfe fortbewegen.

00:30:24: Jetzt haben wir bei uns das Problem.

00:30:25: in diesem Fitnessstudio, da geht es zum Bereich wo die Freihandeln sind und die ganzen Geräte sind, geht eine Treppe hoch, zehn, zwölf vielleicht vierzehn Treppenstufen.

00:30:35: Es gibt keinen Aufzug da, d. h., die ist jedes Mal auf Hilfe angewiesen Und ich helfe der... Ich habe der zwei-drei mal jetzt schon geholfen indem ich diese Gehhilfe, wie so ein Rollator so ein bisschen hochgetragen habe hab.

00:30:50: dann hinterher, als ich oben war, habe ich mich dabei ertappt.

00:30:54: Sie bedankt sich auch immer sehr freundlich, ist total nett und ich hab einen Riesenrespekt davor dass die da hingeht weil sie sagt, sie will irgendwann mal wieder ohne dieses Ding laufen und dafür muss ihr was machen.

00:31:05: also sensationell aber Ich ertappe mich dann dabei!

00:31:09: Ich bin dann da oben, hab das Ding hochgetragen sie bedanktsich Und ich gucke nicht so ein bisschen um und gucke ob Menschen das wahrgenommen haben Und das ist ja völlig bescheuert eigentlich.

00:31:20: Ich hab natürlich was Gutes getan, ich habe jemandem geholfen und denke im ersten Moment... ...ich helfe diesen Menschen vor allen Dingen!

00:31:31: Kaum bin ich fertig damit gucke ich mich so um und

00:31:34: fordere

00:31:35: wie ein Applaus für mich eines.

00:31:37: Das machst du gut weil ich sage du guckst dich um nach dem Motto schaut mal wie ich das mache und mach es doch genauso.

00:31:44: Ich glaube manchmal nimmt man auch gerne eine Rolle ein, wenn man etwas gut findet was man macht.

00:31:49: Man darf ja auch mal was gut finden was man selbst macht.

00:31:51: also das ist ja nicht verboten indem man sagt guck mal ich mache das so macht es ihr doch genauso demnächst.

00:31:56: also da unterstelle ich jetzt das gute in philip hofmeister dass er sagt wirklich ich mach das nicht um abbaus zu kommen.

00:32:02: Er spricht mich dann

00:32:03: trotzdem erst einmal von mir selbst?

00:32:04: Nee

00:32:04: ich glaub

00:32:05: das Leitmotiv war mir dann unklar.

00:32:07: in der Sekunde Ja.

00:32:08: aber ich glaube das leitmotif ist schon dass man bei manchen Dingen eben auch Vorbild sein möchte und es ist auch gut, dass es Vorbilder gibt.

00:32:15: Dass man eben nicht peinlich berührt ist sondern das man wirklich solchen Leuten ganz offensiv hilft aber keine Hilfe aufdrängt sondern fragt kann ich helfen?

00:32:25: Ich kann das deshalb so sagen weil ich ein Vater mit einer Behinderung hatte und der hat sehr viel Behindertensport gemacht und ich bin unglaublich viel mit behinderten dadurch schon als Kind in Berührung gekommen.

00:32:35: und da ist es immer wichtig denen genauso viele Hilfe zu geben wie sie möchten brauchen, benötigen aber nicht mehr.

00:32:44: Ja ich glaube auch im Privatleben ist das nochmal was anderes als in Berufsleben.

00:32:48: Im Berufsleben bleibe ich dabei, ertappe ich mich häufiger auch dabei dass ich mir denke Mensch ein bisschen mehr Konsequenz oder klingt komisch schon mehr gesagt ein bisschen weniger Gönnung für die andere.

00:33:00: aber ich glaube das Gefühl das haben wahnsinnig viele gerade im Berufs Leben weil du in einer ganz anderen Konkurrenzsituation noch mal bist im Vergleich zum Privat leben und war ja doch jeder Irgendwie ein guter Kollege, beliebter Kollegin, geschätzter Kollege sein möchte.

00:33:14: Aber gleichzeitig natürlich den maximalen beruflichen Erfolg für sich auch als Gegenleistung fast schon in Anspruch nehmen möchte und deswegen ist diese Konkurrenzsituation in Unternehmen wahnsinnig schwer zu händeln.

00:33:25: Und ganz viele Menschen glauben glaube ich auch zurecht dass sie mit einer gewissen Grundhaltung an Empathie da reingehen.

00:33:32: aber das beißt sich dann irgendwann in bestimmten Momenten doch wieder mit den Karrierezielen.

00:33:36: also Im Berufsumfeld ist das wahnsinnig schwer, einen Menschenfreund zu sein und immer zu bleiben.

00:33:41: Aber

00:33:42: ich glaube man soll sich auch einer Sache bewusst sein.

00:33:44: Ich habe das häufig gemerkt im beruflichen Umfeld wenn es um Teamarbeit geht.

00:33:47: Ich hab immer festgestellt ein Team ist so gut wie das schlechteste und unmotivierteste Mitglied in diesem Team.

00:33:54: Es ist nie so gut als das beste und motivierteste Mitglied in dem Team.

00:33:59: Und das wiederum führt dazu dass ich sage okay lasst uns versuchen alle einzufangen in so einem Team weil dann wird's homogen Und am Ende auch erfolgreich.

00:34:08: und der Schlüssel dazu ist eigentlich Freundlichkeit, Respekt, Akzeptanz und andere mitnehmen zu können.

00:34:14: Ja tatsächlich also Empathie, Harmonie, Menschlichkeit das sind glaube ich tatsächlich Dinge über die man eigentlich nicht häufig genug sprechen kann.

00:34:23: und genau deswegen haben wir genau dass auch heute mal etwas ausführlicher getan.

00:34:26: Wir haben glaube ich einiges hier rausgearbeitet Küchenexperten haben also glaube ich ein paar Aussagen getroffen, aber da könnt ihr euch ja auch Gedanken drüber machen ob das zutrifft.

00:34:39: Also wir beanspruchen da nicht die Weisheit für uns.

00:34:42: Wir haben aber bisschen ausgearbeitet dass jeder Mensch im Kern gut ist, dass man Freundlichkeit einsetzt um auch Freundlichkeit zu bekommen.

00:34:51: Das ist ein Nehmen und ein Geben und wenn mal die Charaktereigenschaft der Menschenfreundlichkeit aufgibt, dann ist es meistens der Fall und sollte auch meistens sein dass es nur punktuell ist.

00:35:04: Bezüglich einer Person wegen einer Handlung aber nie.

00:35:08: generell sagen das mache ich nie mehr, das passiert mir nie mehr weil das ist dann eine Sache wo du eine Person für alle verantwortlich machst und so kann's nicht sein.

00:35:18: Das finde ich hast du schön zusammengefasst.

00:35:20: lasst uns gerne ein Like da.

00:35:22: eine Bewertung auch wenn ihr möchtet folgt uns auf jeden fall.

00:35:25: Und dann hören wir uns nächste Woche schon wieder.

00:35:27: und ich stelle mich auch nächste Woche Dirk mit dir, du alter Küchenexperte.

00:35:31: Wieder in die Küche zu den Halbzeitlegenden oder?

00:35:34: Also nächste Woche auch wieder legendär.

00:35:36: Halbzeitlegendär und ich freue mich drauf!

00:35:37: Ja wie immer jeden Donnerstag bis dahin macht's gut.

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