Wie lebt man gelassener? Mit Johannes Kienzler
Shownotes
Alles wird schneller, lauter, gereizter - und irgendwo dazwischen versuchen wir alle, nicht die Ruhe zu verlieren. In dieser Folge der „Halbzeit-Legenden" sprechen Dirk und Phil mit Resilienz-Coach Johannes Kienzler darüber, wie wir in anstrengenden Zeiten mehr Gelassenheit und Widerstandskraft entwickeln können.
Welche Werkzeuge helfen wirklich gegen Stress, Überforderung und Negativität? Welche Haltung braucht es, um nicht an jeder Krise zu wachsen - aber vielleicht trotzdem an manchen?
Ein ehrliches, kluges und angenehm unaufgeregtes Gespräch über Resilienz, mentale Stärke und die Frage, wie man auch in unruhigen Zeiten bei sich bleiben kann.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran dass das Flugzeug gegen den Wind abhebt.
00:00:06: Nicht mit ihm!
00:00:07: Das hat Henry Ford gesagt der Pionier der Automobilindustrie.
00:00:11: Dirk wie viel Wind unter deinen Flügeln gibt dir dieses Einstiegs-Zitat?
00:00:15: Ja, für ehrlicherweise, physikalisch hat er da vollkommen recht.
00:00:18: Aber ob wir das auf die heutige Gesprächssituation und die Probleme, die man menschlich möglicherweise hin- und wieder hat gegenwind dem dann bekommt übertragen kann?
00:00:28: Da habe ich ehrlich gesagt meine Zweifel.
00:00:29: aber wir werden es klären!
00:00:30: Das
00:00:30: ist heute nämlich der Ton, der gesetzt wird.
00:00:32: bei uns geht's um ganz viel Widerstandsfähigkeit, um Widerstandskraft.
00:00:37: Es is Donnerstag Und hier sind die Halbzeitlegenden Mit Dirk Schmidt und Phil Hofmeister.
00:00:51: Und für alle in den besten Jahren, und in diesen besten Jahren ist gerade die Resilienz ein ganz großes Zauberwort.
00:00:58: umso schöner dass wir heute Dr.
00:01:00: Johannes Kinsler da haben.
00:01:01: Johannes herzlich willkommen bei uns!
00:01:03: Danke schön, ich freue mich total.
00:01:05: Johannes, schön dass du da bist.
00:01:07: Phil hat hier gerade schon wieder ganz dick aufgetragen und von Resilienz gesprochen.
00:01:11: Das werden wir dann erst mal klären was das überhaupt ist weil ich komme da vom ganz anderen Niveau und komm da nicht mit.
00:01:16: aber wir haben ja Dr.
00:01:18: Johannes Kinsler hier und vielleicht fragt sich der eine oder andere wer ist denn eigentlich dieser Dr.
00:01:22: Johannis Kinsle?
00:01:23: Ich sag's euch!
00:01:27: Und heute als systemischer Coach, Trainer und ärztlicher Psychotherapeut tätig.
00:01:32: Die Behandlung und Prävention von Überforderungssituationen ist eine seiner Tätigkeits-Schwerpunkte!
00:01:38: Als Arzt in Zimbabwe und als Notarzt im Rettungsdienst hat er schon in jungen Jahren viel gesehen unterlebt – dies und seine breite Ausbildung führen dazu dass er heute ein Fundunternehmen und Privatpersonen gleichermaßen geschätzter Trainer ist.
00:01:53: Und was für eine spannende Vita, Johannes.
00:01:55: Könnte man sagen dass dein Job in diesen Zeiten extrem nachgefragt ist leider?
00:02:02: Ja ein klares ja.
00:02:04: es ist nach gefragt weil Resilienz hat viel mit Anpassungsfähigkeit zu tun und an Passungsfähigkeit brauchen wir Weil das Leben sich so schnell verändert die Ansprüche sich verändern Es ist alles nicht mehr so ruhig und berechenbar Sehbar, wie es das vielleicht früher
00:02:24: war.
00:02:25: Aber Johannes jetzt erklärt doch nochmal für die einfachen Leute wirklich was ist denn eigentlich Resilienz?
00:02:30: Widerstandsfähigkeit!
00:02:32: Nicht nur oder?
00:02:35: Nicht unbedingt.
00:02:37: Wenn ich vor zehn so meine ersten Trainings gemacht habe, vor zehn zwölf Jahren und auch sowas hab' ich in die Trainings immer ein langes Stück Schokolade, so einen Duplo mitgenommen und ein Metallstab.
00:02:48: Und damit erklärt Resilienz kommt eigentlich aus der Materialtechnik, nämlich die Fähigkeit eines Materiales nach Belastung in gewünschte Form zurück zu geraten.
00:03:00: Wenn man einen Glasstab zum Beispiel hat und ein Glasstabe biegt dann hält er ja relativ lang aber irgendwann Krachter genauso wie so eine Dublochokolade, die kracht.
00:03:12: Ein Aluminium-Stab oder auch ein Bambus im Wind, der gibt ja nach und geht dann wieder zurück.
00:03:19: Und daraus leidet sich eigentlich die Definition davon ab, die Resilienz ist quasi dass ich trotz einer Belastung eine gewünschte Form zurückkehren kann.
00:03:30: Und du coacht Menschen in die gewünschte Form zurückzukehrend nach überstandener Belastungen?
00:03:36: Also entweder nach bestandener Überlastung...
00:03:38: Schon vorher im Idealfall oder?
00:03:40: Das ist
00:03:40: das häufigste aber im Idealfall natürlich schon vorher.
00:03:44: Jetzt hast du gesagt, es gibt mehr Bedarf für das, was du machst.
00:03:48: Liegt das daran?
00:03:49: Weil man mehr Bewusstsein dafür entwickelt hat, dass man möglicherweise in einer Überforderungssituation sich befindet?
00:03:55: oder liegt's daran, dass eben mehr Menschen eine Überforderungssituation haben?
00:04:00: kann ja beides sein.
00:04:01: oder von jedem etwas?
00:04:03: ich glaube es ist von jedem Etwas.
00:04:05: also Du hast dir erwähnt Ich habe ihn in Simpap gearbeitet als junger Arzt.
00:04:10: Das sind natürlich Menschen, die in Bedingungen leben.
00:04:13: Die mit unseren Herausforderungen nicht zu vergleichen sind.
00:04:16: und trotzdem gibt es ja Menschen, wie ganz gut zurechtkommen.
00:04:21: Und ich glaube schon dass das heute eine Mischung ist aus inneren Ansprüchen was wir vom Leben möchten.
00:04:27: also das soll perfekt sein.
00:04:29: Es soll eine Optimierung sein.
00:04:31: Soll alles möglich sein was sich in den Medien auch sehe.
00:04:35: Es gibt wenig Genügsamkeit oder Zufriedenheit Sondern man soll ja mehr und mehr.
00:04:42: Und dieses kombiniert, glaube ich einfach das, dass es eine Wertevielfalt gibt, eine Ziel-Vielfald.
00:04:49: Früher war's doch einfacher sich an bestimmte Werte oder kulturelle Dinge zu halten und wenn das funktioniert hat, als Leben funktioniert.
00:04:58: Ihr kennt vielleicht diese Interviews früher auf der Straße haben die Menschen ganz häufig einfach so gesagt, ach!
00:05:03: Ich bin eigentlich ganz zufrieden.
00:05:05: Das
00:05:05: sagt heute kaum mehr jemand.
00:05:07: Stimmt, stimmt Liegt das vielleicht auch daran, dass die Menschen, die eine andere Prägung haben, die anders aufwachsen?
00:05:13: Die anderen Widerstände als fast schon natürlich mitbekommen ins Leben hinein.
00:05:18: Dass sie automatisch auch widerstandsfähiger sind?
00:05:22: Es ist ne ganz heiße Frage.
00:05:25: Ich bin davon überzeugt, dass schon ein Teil der Resilienz-Fähigkeit dieser Widerstandsfähigkeit so ein Stück angeboren ist und einen anderen Teil lernen wir einfach.
00:05:36: Findet eine überhäufige, statistisch findet man über häufig zum Beispiel bei Führungskräften Menschen die Erstgeborene sind.
00:05:44: Weil sie einfach schon früh gelernt haben Verantwortung zu übernehmen weil die Früh gelernt haben sich um andere zu kümmern.
00:05:51: Aha spannend!
00:05:53: Ich bin auch erst geboren und guck mal.
00:06:00: Aber ihr habt vielleicht auch gelernt wenn ihr jüngere Geschwister habt rücksichtzunehmen.
00:06:06: Also quasi du musst jetzt nicht jammern, weil deiner kleinen Schwester die kann das noch nicht oder die muss das noch nie.
00:06:13: Du musst ja schon die Spülmaschine ausräumen und so was.
00:06:15: Das heißt viele Erstgeborene werden eher damit geschult.
00:06:19: achtet nicht zu auf dich sondern achte oft das drum herum, achte auch die anderen.
00:06:26: Und deine Frage ist jetzt Gute Kindheit oder die schlimme Kindheit?
00:06:31: besser für Resilienz ist schwierig, weil es ist unterschiedlich.
00:06:36: Es gibt Menschen, die quasi ja viel schon gelernt haben einzustecken, früher auf eigenen Beinen zu stehen und es gibt ja diesen Begriff der Parantifizierung also Menschen die früher früh schon selber wie Eltern funktionieren müssen.
00:06:51: Die können natürlich gut auch sich durchsetzen sind nicht so schnell kränkbar und sowas.
00:06:56: das ist schon gut anders als ein Ein Kind, das vielleicht auf dem Ponyhof aufwächst mit viel Watte.
00:07:03: Andererseits wenn die Kindheit richtig schlecht ist kann es natürlich auch sehr schädlich für das Selbstbewusstsein, für die Selbstsicherheit, für das selbst Vertrauen sein und dann ist es mit der Resilienz wieder schwieriger.
00:07:15: Ich möchte gerne mal das Leben einfach machen wie es vielleicht manchmal nicht ist.
00:07:20: also ich glaube bei mir hilft das immer ganz einfach.
00:07:24: Wenn ich irgendwie unglücklich bin warum auch immer?
00:07:27: Hilft mir eigentlich Ein ganz einfacher Realitätsabgleich und dann stelle ich eigentlich fest, naja so schlimm ist es eigentlich gar nicht.
00:07:35: Wenn ich mir gegenüber ehrlich bin oder wenn ich mich überfordert fühle Dann hilft mir eigentlich zu sagen Na ja wer wäre das nicht in der Situation?
00:07:44: Und vielleicht ist es gar nicht so schlimm wenn ich überforderd bin.
00:07:47: also so Ganz einfache Dinge.
00:07:49: eigentlich helfen wir weiter.
00:07:50: Ich habe manchmal das Gefühl dass Menschen die Ja Schwierigkeiten haben diese diese Dinge zumeistern ich würde mich da offen gestanden nicht so dazu zählen, dass das Menschen sind die sehr viel nachdenken.
00:08:03: Sehr viele Hinterfragen, sehr häufig von der Problemseite kommen und nicht von der Lösungsseite.
00:08:08: So verkopft
00:08:09: ein Stück weit?
00:08:10: Ja!
00:08:10: Und ich glaube, dass es da manchmal hilft, denk einfach...
00:08:15: Wenn es so einfach wäre, zu denken.
00:08:21: Ich denke das auch immer
00:08:22: aber... Mich würde mal interessieren wenn so einer kommt zu dir und sagt ich habe ein echtes Problem.
00:08:27: Das ist erstmal schon mal glaube ich gar nicht ganz einfach zu erkennen.
00:08:30: bin ich herausgefordert oder bin ich überfordert?
00:08:33: Das eine kann man ja als sehr angenehm und spannend empfinden und anderen kann man verzweifeln.
00:08:39: Und dann wie kommst du an den Menschen ran?
00:08:41: also mich führt mal so dein erster Schritt interessieren, wenn so einer zu dir kommt mit seinem Problem?
00:08:48: Darf ich dir vorher noch ein Kompliment geben weil du hast ja eigentlich schon zwei ganz wichtige Resilienzfaktoren angesprochen.
00:08:53: Das eine ist die Ehrlichkeit also bin ich ehrlich zu mir, bin ich ehrlich und realistisch und das zweite ist so einen realistischer Optimismus.
00:09:03: Also quasi ist es glas halb voll oder ist es leer kann nicht das günstige.
00:09:08: Einer der meiner lieblingsresilientesten Menschen ist meine Tante, die mich regelmäßig berührt.
00:09:16: Die hat zum Beispiel letzten Sonntagmorgen angerufen und sie ist fast blind.
00:09:20: Sie hat ihren Mann verloren... Ich bin jetzt aus der Klinik wieder draußen!
00:09:24: Das wollte ich dir nur sagen.
00:09:25: Sie hatte nicht darüber geklagt, dass ihr schon wieder, ich weiß es nicht, das siebte Mal in den letzten zwölf Monaten musste, sondern sie hat darüber erzählt was das gelungen war.
00:09:35: Als sie mir mitgeteilt hat, dass der Onkel gestorben ist, hat sie ihren Fokus gemacht auf Dankbarkeit.
00:09:41: Ich bin hier so dankbar für sechzig Jahre Liebe,
00:09:43: dass du solange da warst.
00:09:45: Und nicht er ist wirklich weiß jetzt nicht wie es gehen soll.
00:09:48: also diese realistische Optimismus ist was ganz ganz wichtiges eines von zwei ganz wichtigen Faktoren.
00:09:56: Jetzt habe ich mal eine Frage mit der Bitte um nur ganz ganz ehrliche Antwort.
00:10:01: Das hört sich ja aus deiner Sicht alles sehr klug und einfach und klar an.
00:10:08: schaffst du's in deinem eigenen Leben?
00:10:10: diese Maßstäbe regelmäßig anzuwenden.
00:10:13: Oder bist du auch manchmal vor so einer Blockade, wo dir ein anderer helfen muss über die Blockade drüber zu kommen?
00:10:19: Beides ja also wenn.
00:10:21: ich habe in meinem Leben natürlich auch schon einige Krisen gehabt und überstehen müssen.
00:10:29: Ich glaube es gelingt mir schon viele meine eigenen Techniken anzuwendend aber auch diese Ehrlichkeit zu sagen, nee kriege ich nicht hin.
00:10:37: jetzt muss Ich habe auch heute noch, obwohl ich das Ganze sehr lange schon mache, regelmäßig Supervision.
00:10:44: Ich hab Intervision und ich hab Freunde.
00:10:46: Ich bin seit dreißig an einer Männergruppe, die ich einfach anrufen kann und sagen hey ... Von ein paar Jahren hatte ich ein gesundheitliches Problem, das mich fast überfordert hat und dann einfach ehrlich sein, Hilfeannehme in Bindung gehen.
00:11:03: Also ich finde sehr überzeugend und einfach, weil es sind ja die einfachen Mittel-und Rezepte, die einem häufig helfen.
00:11:09: Wenn das zu kompliziert wird kannst du dem nicht folgen.
00:11:11: aber ich finde dieses Stichwort was sich jetzt gar nicht so erwartet hätte an der Stelle.
00:11:15: Aber Ehrlichkeit ist ganz ganz wichtig.
00:11:17: Phil ist beispielsweise zwanzig Jahre jünger fast als ich.
00:11:21: Du bist ungefähr mein Alter
00:11:23: Und
00:11:23: da muss ich ehrlicherweise sagen Ich kann mich natürlich nicht mit ihm messen in bestimmten Dingen als zwanziger Jünger Ja und ich glaube, ich muss das dann auch einfach akzeptieren.
00:11:34: Dass er eine andere Ausstrahlung hat bei bestimmten Dingen als ich jetzt zwanzig Jahre später ja oder es gibt eben auch Dinge wo ich ihn erschlage mit meiner immensen Erfahrung.
00:11:44: Herr Walling
00:11:44: hast du nach zehn Minuten nicht ans erste Kompliment gerade wieder bekommen von Johannes?
00:11:48: Die Federation!
00:11:53: Nein aber jetzt mal Spaß beiseite.
00:11:54: Ich finde diese Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.
00:11:58: Ist ganz, ganz wichtig weil ich kann unzufrieden sein dass sich im Joggingstil Momentan nur zwanzig Minuten hinkriege.
00:12:06: Ich kann aber auch glücklich sein, dass ich zwanzich Minuten hin kriege und das das eine Basis ist demnächst dreißig Minuten zu laufen.
00:12:11: Ja wobei
00:12:12: ich finde, das lernt man mit dem Alter.
00:12:14: also das ist zum Beispiel was ich glaube je älter du wirst desto ehrlicher kannst du dich dir gegenüber selbst machen?
00:12:19: Nein desto erdicher musst Du sein.
00:12:21: ja weil du einfach merkst dass es nix bringt.
00:12:23: Genau aber das ein bedingt ja das andere oder?
00:12:26: Also weil du's musst lernst wirst dann auch ein Stück weit automatisch.
00:12:30: Also ich merke schon dass ich im Laufe meines Lebens mich ehrlicher machen mit Dingen, die mich selbst betreffen und auch was Probleme, was über Forderung angeht.
00:12:38: Dass ich schneller an dem Punkt bin wo ich denke Ich muss mir das selbst jetzt zugestehen weil sonst bekomme ich ein Problem.
00:12:44: Das war vor zehn, fünfzehn Jahren noch nicht der Fall.
00:12:48: Du hast mich vorher noch gefragt wie ich so einsteige in manche Coachings oder sowas Und nicht als Einstieg aber früher oder später ... provoziere ich ganz gerne die Menschen und lasse mir den Begriff Größenwahn
00:12:59: formulieren,
00:13:00: definieren.
00:13:01: Und ich glaube das der Größen Wahn also quasi dieses Ich kann alles schaffen wenn nicht nur Will auch den Doppelmarathon und dieses oder jenes dass das Jünger noch viel mehr verbreitet ist und das ist dir auch gut so Wenn
00:13:17: du mehr leisten kannst wenn du
00:13:18: mehr leisten kannst und weil du es ja auch ausprobieren musst.
00:13:21: aber ich glaube dass der Größe Wahn Mit unserem reiferen Alter ein bisschen kleiner wird, weil wir eben täglich damit konfrontiert sind dass wir die Grenzen mehr erleben.
00:13:32: Genau und wir haben im Leben schon erlebt das Leute schlauer sind als man selbst.
00:13:43: Es
00:13:43: sind ja Schicksalsschläge...
00:13:45: Also es sind ganz seltene Momente im Leben gewesen aber habe ich schon erlebt!
00:13:49: Ich hab schon schönere gesehen Ich habe stärkere gesehen, ich hab lustigere gesehen.
00:13:55: Ich hab besser gekleidete gesehen und reichere gesehen.
00:13:59: also es gab sportlichere... Also ich habe schon alles noch mal erlebt.
00:14:02: Schnell denkende Menschen die waren schneller als ich und ich glaube die Erfahrung und die Summe an diesen Erlebnissen führt dann dazu dass man entspannter mit sich umgeht weil ich habe durchaus auch schon Leute gesehen weniger klug waren, habe ich auch schon gesehen.
00:14:17: Also es gibt nach oben und unten eben Unterschiede.
00:14:20: Und ich glaube man geht entspannter wenn man älter ist damit um und ich glaube unsere Aufgabe als Reifere ist es diesen jungen Heißsporn wie dem Pfil zu erklären dass es das halt gibt und dass man sich damit auch irgendwie im Leben arrangieren muss.
00:14:33: Da will ich jetzt aber sofort reingretschen.
00:14:35: Weil du stellst ja automatisch diese Vergleiche dann an ne?
00:14:39: Das passiert dir im Leben immer automatisch.
00:14:41: Du vergleichst dich im Beruf mit anderen, im Privatleben mit anderen finanziell optisch und so weiter und so fort.
00:14:46: Das begleitet dich dein ganzes Leben.
00:14:48: diese Vergleiche ja?
00:14:49: Und diese Vergleichen führen glaube ich eher dazu dass man sich auch unter Druck gesetzt und damit überfordert fühlt.
00:14:56: also kann man sagen je weniger man diesen diesen Drang verspürt sich zu vergleichen desto stabiler ist man auch mit sich selbst als These in den Raum gestellt.
00:15:06: Naja, es gibt so in den Literaturen ein schönes Buch.
00:15:08: Das nennt sich von Watzlarweg die Anleitung zum Unglücklichsein.
00:15:14: und eines in seiner Hand der macht das sehr sarkastisch eine seine Anleitungen zum Unglüglichsein ist der Vergleich.
00:15:20: Willst du unglücklich sein?
00:15:21: Dann vergleiche dich ständig und häufig.
00:15:24: Und natürlich ist das ein riesiger Resilienzfaktor.
00:15:28: diese Sichtweise ich bin so okay wie ich bin also in dem Coaching zitiere ich oft.
00:15:35: Das kennt ihr wahrscheinlich, dieses Zitat von Woeverreit bei dem Sonderparteitag, zwanzig-einundzwanzig wo es alle gemunkelt haben na der ist doch irgendwie,
00:15:45: ja er mag doch
00:15:45: Männer und so.
00:15:46: und jetzt war das ein eins, war das nicht ein zwanziger und er dann quasi gesagt hat apropos Ich bin schwul Und das ist auch gut so Eines der absoluten Resilienzgeheimnisse.
00:16:03: Das einfach zu sagen, es ist so und das ist gut so.
00:16:06: Ja vielleicht bin ich nicht so schön, vielleicht bin Ich nicht so sportlich aber wenn ich dazu stehe Es ist gut.
00:16:12: und dann sind wir wieder bei der Geschichte von dem ehrlichen.
00:16:19: also ich finde mit dem vergleich nicht So dass der einen in die überforderung gleiten lässt findest
00:16:26: du
00:16:26: weil ich kann mich auch vergleichen und kann feststellen ja Der hat ein bisschen mehr drauf als ich.
00:16:31: Warum denn nicht?
00:16:33: Also, ich muss entspannt damit umgehen finde ich wo ich am Ende mich vielleicht selbst positioniert sehe.
00:16:39: aber warum kann er nicht der andere Schlauer sein?
00:16:41: Warum kann der nicht schöner sein?
00:16:42: Du siehst auch einen Tick vielleicht mit einem tollen Bart
00:16:46: aus und jetzt kommst du gleich wieder auf meine Mots Kaffee Maschine und so weiter.
00:16:50: das kennen wir schon inzwischen.
00:16:52: ja ja ja Aber die Zeiten glaube ich Dirk sind andere.
00:16:54: Und tatsächlich heutzutage mit Internet, mit Social Media.
00:16:58: Du wirst ja permanent gezwungen zu sehen wie erfolgreich nicht andere sind aber zu sein scheinen.
00:17:04: das ist ganz wichtig und ich glaube daran scheitern auch gerade viele Menschen aus den jüngeren Generationen Johannes weil diese permanente Vergleichbarkeit dir überall du machst das Smartphone an und sofort kommt ihr irgendwas reingeschossen wo du denkst ach so will ich auch sein oder das brauche ich auch oder so muss sich sein.
00:17:20: also das ist ja eigentlich für die junge generation eine absolute Heimsuchung.
00:17:26: Absolut, du hast jetzt den Begriff Du musst benutzt.
00:17:29: Also ich glaube nicht dass man so muss.
00:17:31: aber die Verführung ist natürlich hoch und sie ist überall.
00:17:35: Sie lässt sich kaum... es ist nicht leicht sie zu vermeiden.
00:17:41: also das Vergnügen daran etwas zu verpassen was Social Media zu verpasst dürfte mehr sein.
00:17:50: Das erlebe ich ja, ich bin ja auch therapeutisch tätig.
00:17:52: Das erleb' ich oft für heranreifende Menschen oder heranrefende Persönlichkeiten als absolute Überforderung.
00:17:59: Also ich hab auch
00:18:01: Kinder und habe
00:18:02: eigentlich
00:18:02: immer versucht vergleich zu vermeiden.
00:18:05: Also nicht sagen, schau dir doch mal den XY an wie toll der das macht.
00:18:10: Das ist meiner Meinung nach kein guter Erziehungsratgeber und dann kann ich mich nicht beschweren wenn dann der Vergleich mit irgendwelchen Internetgrößen nicht stattfinden soll.
00:18:17: also ich glaube der Vergleich ist etwas was man aus der Erziehung junger Leute ziemlich rauslassen sollte.
00:18:23: die können sich mal vergleichen im Sport da finde ich es auch richtig.
00:18:26: das ist vollkommen in Ordnung ja.
00:18:29: aber man muss nicht bei bei Dingen des Alltags immer diesen Vergleich heranziehen, weil das führt in der Tat zur Überforderung.
00:18:40: Im systemischen Coaching arbeitet man oft mit der Geschichte.
00:18:44: was wäre wenn?
00:18:45: Also unterschiedliche Optionen, Visionen... Was wäre, wenn ich mich mit dem oder jenem vergleiche?
00:18:52: Wenn ich das in diesem Stil mache kann ich sie als Inspiration sehen!
00:18:56: Ich erlebe ja auch ständig in meinen Kundschaft Menschen, wo ich denke Wir haben die das hingekriegt.
00:19:02: Und dann kann ich ja gucken, was wäre wenn ich mit ihnen vergleiche?
00:19:05: Das ist ein Vorteil und es sind andere Menschen, die keine Ahnung paar Millionen geerbt haben.
00:19:11: Das macht mich unglücklich, mich da zu vergleichen also lasse ich's lieber.
00:19:16: Da heißt es glaube ich in Training oder eine Übung wie im Sport mit einem ähnlich starken kann man sich vergleichen.
00:19:24: aber muss Freiburg mit, ich bin übrigens Freiborg-Fan out.
00:19:28: Ich mich jetzt hier mal gerade... Das
00:19:29: ist meine Geburtsstadt!
00:19:30: Da bin ich
00:19:30: völlig fein.
00:19:31: Ja, meine auch.
00:19:31: Siehst du also?
00:19:32: Du
00:19:32: bist
00:19:32: Freiburger?!
00:19:33: Ja, ich sind Schwarzwälder und Freiburger.
00:19:35: Ich auch.
00:19:35: Ja guck mal.
00:19:36: Da siehst du.
00:19:36: Siehst du mal.
00:19:37: Guck mal.
00:19:37: Herr Munder, dass wir uns hier so nett unterhalten und gut ... Aber
00:19:40: da ist ja auch so ein Punkt mit wem vergleichen die sich.
00:19:43: Die sind einerseits unvergleichbar, vergleichend die sich mit Bayern, mit einer ganz, ich weiß nicht den Faktor von Geldmöglichkeiten.
00:19:52: Also es braucht einen Maß des Vergleiches.
00:19:56: Ich
00:19:56: glaube ein guter Vergleich ist man selbst auch, wenn man sich mit seiner eigenen Entwicklung und seiner Vergangenheit vergleicht und da versucht weiterzukommen bringt manchmal mehr als sich mit anderen zu vergleichen.
00:20:07: was mich nochmal sehr interessieren würde wie ist das denn?
00:20:14: Wenn ich feststelle in meinem engsten Umfeld Kinder Partner Freunde haben echt ... aus meiner Sicht ein, ich weiß nicht wie man das nennt... ... klinisches Überforderungsproblem.
00:20:24: Fragst
00:20:24: du für mich oder so für deinen Podcast-Partner?
00:20:27: Weil er kam zum Beispiel heute hier an und war echt kaputt!
00:20:32: Aber ob das natürlich nur eine Müdigkeit ist oder eine Überforderung ist ja auch ein anderes Ding.
00:20:37: also ich habe es jetzt nicht als in meiner Wahrnehmung klinisch gesehen.
00:20:42: aber es gibt ja Leute wo man sagt Mensch irgendwie brauchen die mal Hilfe.
00:20:46: Also aus meiner Sicht, aber du kannst ja keinem Hilfe aufstülpen.
00:20:51: Also wie gehe ich damit um, wenn ich meinem Umfeld feststelle?
00:20:54: Hier ist jemand der sollte vielleicht mal Hilfe von außen in Anspruch
00:20:57: nehmen.
00:20:59: Überstülpen geht natürlich nicht!
00:21:00: Meistens geht es ja um die engere Familie oder einen engeren Freund oder Freundin oder sowas.
00:21:07: Ich glaube das eine ist nochmal ... gibt es gerade einen angemessenen Umstand, wenn man nachts solche Projekte hat wie du.
00:21:14: Gerade ist das angemessene vielleicht überfordert zu sein?
00:21:18: Mit Dirk sowieso aber das war ein anderes Thema.
00:21:22: oder sehe ich den Menschen halt nur noch so?
00:21:26: ja also kriege ich ihn nur noch mit wie du sagst im Vergleich zu früher.
00:21:30: Es gibt ja so Menschen, die sind immer ein bisschen melancholisch.
00:21:36: Aber es gibt auch Menschen, denen lange Zeit sehr glücklich sind und dann kommt eine Phase wo sie eher dunkel werden oder sowas.
00:21:42: Ich glaube wichtig ist einfach ne liebevolle Beschreibung der Veränderungen in ich
00:21:48: Form.
00:21:49: Also ich nehme wahr dass du zum Beispiel keine Lust mehr hast mit mir ins Kino zu gehen oder dass du dich gar nicht mehr freust über deinen liebligen Fußballklub oder Ähnliches und ich mache mir Sorgen.
00:22:05: Das Ziel kann ja sein, dass der Mensch zum ersten Mal eine Erfahrung macht das wenn er sich äußert, wenn er ehrlich ist, dass es dann auch wieder mehr Bindungen gibt weil oft... Ich mach ja auch Paartherapien, oft erlebe ich das die Paare sich dann auch sehr trennen weil der einen will nicht mehr reden, weil der andere mal sagt du überforderst dich vor der Vorwürfe und so kann das nach und nach, aber letztendlich braucht ein Signal von Wohlwollen, von Treue, von Loyalität.
00:22:36: Aber auch Hilfsbereitschaft.
00:22:38: Und es ist ja der Punkt warum Fels Menschen manchmal so schwer das einzugestehen dass sie überfordert sind.
00:22:44: Es hat oft was mit dem Vergleich zu tun oder auch mit dem Selbstbild?
00:22:48: darf ich das überhaupt sein?
00:22:50: also bin ich schuld daran?
00:22:56: Wie unterscheidet sich denn beispielsweise jetzt, wenn du deine Hilfe anbietest und auch umsetzt?
00:23:02: Einzelpersonen oder Paare von denen du jetzt auch schon gesprochen hast mit Unternehmen.
00:23:05: Also in der Arbeitswelt hast du es ja wahrscheinlich auch permanent mit Überforderung zu tun.
00:23:10: Ob's jetzt ein einzelner Arbeitnehmer ist kann auch ein Arbeitgeber sein.
00:23:13: Es kann ein Vorgesetzter sein.
00:23:14: Das kann jemand sein, der wahnsinnig viel Verantwortung hat.
00:23:16: Es können sich aber auch eine gesamte Abteilung überfordert fühlen mit dem Druck.
00:23:21: Ist das vom Aufbau her von der Art der Hilfe, die du anbieten kannst?
00:23:25: ähnelt sich das oder muss man da unterschiedlich rangehen mit Privat- und Berufsleben?
00:23:31: Das sind jetzt zwei Fragen.
00:23:34: Das eine ist ja quasi unterschiedlich.
00:23:35: zu von Training und Einzelcoaching.
00:23:40: Ich finde Training hat natürlich viel mit Werkzeugkasten zu tun.
00:23:43: Da wird viel Theorie vermittelt, viele Überlegungen vermitteln aber auch Möglichkeiten zur Selbstreflektion.
00:23:52: Wenn ich Einzelcoaching mache, ist es eher so die Frage dann haben die Menschen oft da schon viele Werkzeuge gelesen oder geguckt aber sie können sich nicht anwenden.
00:24:02: Also die haben zwar einen Werkzeugkasten, aber das ist nicht verschlossen und dann suchen wir gemeinsam wo kann man den öffnen?
00:24:10: Was sind denn schon an Werkzeugen und Ressourcen eh schon vorhanden?
00:24:15: Und was ist da die größte Schwierigkeit, so ein Kasten zu öffenen.
00:24:18: also woran scheitert's dann oft in den meisten Fällen?
00:24:21: Warum kriegen die den nicht alleine auf?
00:24:23: Meistens ist es die Angst.
00:24:27: Einer der häufigsten Sätze ist, ich habe bei Menschen, die ausbrennen ... Ich hab nie gedacht, dass mich das trifft!
00:24:33: Das trifft doch nur die Schwachen und Drophen, was weiß ich was... Und die Angst zu nehmen einfach ist okay und es geht auch wieder weg.
00:24:44: Gerade diese Hoffnung Die Bildung einer Vision, einer Option.
00:24:49: Dass das auch wieder weggeht?
00:24:50: Ich mal auf Bilder hin.
00:24:51: schauen Sie mal ich habe schon viele Menschen begleitet.
00:24:54: jetzt ist es so.
00:24:55: in zwei drei Monaten ist es vielleicht wieder.
00:24:57: so ist oft Überzeugungsarbeit.
00:24:59: Es lohnt sich den Werkzeugkasten zu öffnen.
00:25:03: Ist es denn so dass es wirklich weg geht?
00:25:04: weil ich hab zum Beispiel im Umfeld jemanden bei dem ich das Gefühl habe der hat ein Thema an dem arbeitet er sich ab und zwar intensiv Und irgendwann ist dieses Thema gelöst, aber dann wartest du nicht lang und da kommt's nächster Thema um die Ecke.
00:25:21: Also ich hab das Gefühl diese ... Dali is fast eine Sucht nach Überforderung, nach negativen Blick auf die Dinge zu erkennen und eigentlich geht es da nicht darum ein Problem zu lösen sondern... Ich habe das Gefühl, da ist ne Liebe dazu da vor Hindernissen zu stehen, die dann beiseite geräumt werden müssen.
00:25:43: Gibt es diese Fälle auch oder ist das jetzt von mir eine ganz persönliche Beobachtung?
00:25:49: Jetzt würde ich fast sagen Kompliment aber dann
00:25:52: schon wieder
00:25:53: muss
00:25:55: ich
00:25:56: mir keine Notiz
00:25:57: haben,
00:25:58: dass ich dich auch nicht vergesse.
00:25:59: Lass
00:25:59: mich nicht ohne Komplimente heute hier rausgehen bitte!
00:26:01: Also
00:26:02: der Vergleich ist wichtig und steht in unserem Vergleich zwei zu null im Moment.
00:26:07: Kein guter Tag für dich.
00:26:09: Nein, die Beobachtung ist ja richtig.
00:26:11: Aber dann kommen wir mehr in so eine Grenze rein vom Coaching weg in eher so eine therapeutische Haltung.
00:26:19: und es gibt einfach Menschen, die sich zu Hause fühlen wenn sie überfordert sind oder wenn Sie sich mit einem Problem identifizieren vielleicht weil sie's zuhause immer so erlebt haben dass wir die sind, die immer Probleme haben und das sie erlebt haben.
00:26:40: Dass Sie über die Nichtbewältigung von Problemen Bindung erleben oder Achtsamkeit oder Zuneigung.
00:26:47: Und dann ist meistens eigentlich das Problem viel tiefer.
00:26:52: Also es ist dann ja meistens irgendein Selbstwertproblem oder ein Selbstsicherheitsproblem.
00:27:01: Das ist meist kommt Komplex, aber ja natürlich du bist nicht der einzige, der so Menschen begegnet.
00:27:06: Und ist es denn so in deinem Job dass es eher darum geht punktuell mit einer Person zu arbeiten um ein Problem zu lösen?
00:27:15: oder ist es eher das man mit der Person arbeiten muss weil das Thema eigentlich nicht das konkrete Problem ist sondern eher die vor dir sitzende Person?
00:27:26: Das ist richtig!
00:27:27: Also im Coaching ist es ganz höflich...
00:27:31: Pass auf, ich hole gleich auf.
00:27:35: Das
00:27:36: war fast ein Eigen-Tour, es war ein bisschen abseits.
00:27:38: Dafür ziehen wir eins wieder ab.
00:27:40: Bist du noch mit einem vorn?
00:27:44: Nein natürlich ist das so.
00:27:45: ganz häufig hat das Problem nichts mit der Lösung zu tun.
00:27:49: Es gibt zum Beispiel... Ich mache ja auch Ausbildungen für andere Coaches und bilde die aus und eines der beeindruckendsten Methode ist das sogenannte verdeckte Coaching.
00:27:58: Coaching, ohne dass der quasi Berater oder der Coachier-Erfährdung was es eigentlich ging.
00:28:05: Das geht wirklich und das ist faszinierend.
00:28:11: Kannst
00:28:11: du noch mal erklären?
00:28:12: Habe ich nicht so hundertprozentig jetzt verstanden?
00:28:14: also jetzt kriege ich ein Kompliment wieder abgezogen.
00:28:16: Damit steht's
00:28:16: wieder Null Null.
00:28:17: Du
00:28:17: hast es verstanden!
00:28:18: Ich habe es komplett verstanden.
00:28:19: Dann erklärst
00:28:20: du doch mal
00:28:21: viel.
00:28:26: Naja, es gibt zum Beispiel so einen sogenannten Skalierungslauf.
00:28:29: Du hast ein Problem und dann heißt wie dich bist du denn in der Lösung?
00:28:35: Wenn du auf der Zähne stehen würdest hättest du schon erreicht oder hin willst wo stehst du gerade?
00:28:40: und dann würdest du zum Beispiel sagen ja ich stehe auf da drei.
00:28:43: Dann kommt eine typische Frage Ah!
00:28:45: Wie hast du denn das geschafft von der null auf die drei zu kommen ohne zu wissen um was es geht.
00:28:51: Und mit solchen systemischen Fragen unterstützt man den Kochi quasi von der drei irgendwann auf die sieben zu kommen, ohne dass der Kochi erfahren hatte was es geht.
00:29:02: Ja
00:29:02: jetzt habe ich verstanden.
00:29:03: Jetzt hab' ich verstand!
00:29:04: Dann kriegst du wieder einen draufgepackt.
00:29:07: Sag mal... Ich bin ja so mal ehrlich, ich hab bei Menschen in meinem persönlichen Umfeld die sagen Mensch tu bist aber langsam mutierst du so einem kleinen Wutbürger?
00:29:14: Du regst hier über alles auf und hast dich inzwischen irgendwie sterb.
00:29:17: Mir auch
00:29:17: schon aufgefallen.
00:29:18: Ja danke.
00:29:20: Du erlebst mich ja auch häufig.
00:29:21: ne das ist wirklich eine Eine Feststellung, die ich getroffen habe und die ich nachvollziehen kann.
00:29:25: Wenn mir das Menschen im Umfeld sagen... Ich hab so ein bisschen das Gefühl dass auch ich in diese Richtung tendiere Dass ich viele, viele Hindernisse
00:29:34: zu
00:29:35: sehr annehme Und dadurch eine Richtung so abdrifte wo ich irgendwie Das Gefühl habe ich muss mich jetzt wieder über irgendwas aufregen.
00:29:43: Wo ist der Punkt da?
00:29:43: Wo du sagst ab da wird's kritisch.
00:29:46: also Ab wann sollte man sich da wirklich mal ernsthaft mit beschäftigen?
00:29:52: Also auch ein Kompliment.
00:29:53: Du sprichst natürlich jetzt einen weiteren Resilienzfaktor an, also quasi die Achtsamkeit.
00:30:02: was ist mit mir?
00:30:03: wie veränder ich mich oder wie verändere ich mich nicht?
00:30:08: Ich mache es für mich einmal als Mars der Dinge gegenüber.
00:30:10: von meiner Praxis haben wir eine vierundzwanzig Stunden Kneipe genau dies Wie halt, wie sie ist.
00:30:17: Wie die so sind ja?
00:30:18: Und ich laufe jeden Tag dran vorbei und ich merke an manchen Tagen denke ich achja dir haben Spaß... ...und an manche Tage denke ich hol euch jetzt gleich der Polizei.
00:30:27: Ich
00:30:28: schnappe euch.
00:30:29: So nachvollziehen!
00:30:29: Ja
00:30:31: und daran kann ich ungefähr messen wie gut ich drauf
00:30:34: bin
00:30:35: bis mir geht.
00:30:37: Und so nutze ich das auch.
00:30:38: du hast ja gefragt nutze dich das für
00:30:39: mich
00:30:41: mit deiner Frage jetzt quasi ist es noch im Grün oder im gelben Bereich kann ich aus der Entfernung nicht so beurteilen.
00:30:47: Aber klar, wenn du Rückmeldungen von außen bekommst wo du kriegst dich ja immer mehr über irgendwas auf dann könnte man möglicherweise überlegen gibt es irgendwelche Bedürfnisse in einem Leben die häufig nicht gesehen werden?
00:31:03: Ja, ich würde gerne mal ausreden im Podcast.
00:31:04: Aber mein Partner beispielsweise...
00:31:09: Zum Beispiel!
00:31:10: Und dann ist es ja im coachigen klaren Ansatz, kannst du die Rahmenbedingungen verändern?
00:31:16: Nein, nein!
00:31:18: Kannst du den Podcast nicht?
00:31:20: Also kannst du den podcast Partner wechseln oder machst du plötzlich eins allein oder so was?
00:31:26: Oder änderst du innen drin die Haltung und sagst halt okay, ich kenne ihn der ist halt so, er redet viel.
00:31:36: Ich glaube, es ist schon mal ganz gut, dass man das auch selbst merkt und dass man versucht was dagegen zu unternehmen.
00:31:41: Ich habe ein paar Hörbücher mir beispielsweise in den letzten Monaten angehört zum Thema Resilienzwiderstandsfähigkeit.
00:31:48: Das hat mich aber nur dazu geführt, dass ich häufiger dann auch mich jetzt mal selbst dabei ertappe.
00:31:52: Wo ich mir denke Mensch Ich beschäftige mich ja mit dem Thema Aber ich kriege es viel zu selten umgesetzt.
00:31:58: Also der Weg das zu verstehen und sich auch damit zu beschäftigen Lösungen an die Hand zu bekommen Aber dann trotzdem sofort wieder abzudriften in diese extrem emotionale Richtung Und das in dem Moment völlig auszublenden Dass ich eigentlich weiß, dass das Quatsch ist Da sind wir wahrscheinlich wieder bei diesem Werkzeugkoffer Den ich nicht geöffnet bekomme Kann er sein.
00:32:18: Also ich hüte mich immer so ein bisschen von Ferndiagnosen oder sowas, aber nehmen wir einmal an.
00:32:26: Jetzt kommt's!
00:32:27: Das
00:32:27: wird interessant, also schläge dich mal zurück, Johannes.
00:32:33: Wenn man in Lebenssituationen ist indem man zum Beispiel häufig zum Wutbürger oder irgendwie sehr erregt oder verärgert ist dann kann ich ja erstens mal gucken, es ist diesen Override Moment, dass ich sage... Ja, so bin ich halt.
00:32:49: Ich bin halt herzhaft und leidenschaftlich muss mich ab und zu aufregen.
00:32:52: Es stört mich nicht.
00:32:54: Das wäre eine Möglichkeit.
00:32:56: Eine andere Möglichkeit ist natürlich zu fragen was bräuchte es an innerradar äußere Veränderung?
00:33:03: Dass es mir entspannter geht.
00:33:05: Und diese Veränderungen führen ja meistens dazu dass sich irgendwelche Entscheidungen treffen muss.
00:33:12: Und das ist meistens das was den Werkzeughofer zulässt weil Entscheidung geht immer nur mit einer Als du über diese Überlegung kennst, mit einer Akzeptanz zu einem Verzicht.
00:33:22: So ein schönes Bild die der Schalter, der Entscheidung liegt hinter der Tür der Akzeptance.
00:33:30: und dann ist halt die Frage auf was akzeptiere ich so verzichten?
00:33:36: Und nur wenn ich das akzeptieren kann ich Veränderungen machen und nur darüber kann ich möglicherweise auch das Leben gelassener gestalten dass ich mich vielleicht über weniger Dinge weniger stark aufrege.
00:33:48: Oder halt mich so viel aufregt, dass es noch Spaß macht.
00:33:52: also man kann ja auch über ein Fußballspiel oder eine Fehlentscheidung vom Schiedsrecht dann macht ihr total spaßig aufzuregen.
00:33:58: aber es gibt ja auch Entscheidungen die richtig weh tun und die richtig gemein sind.
00:34:03: Ja ich glaube
00:34:04: was man vor allem merkt jetzt im Gespräch mit Dr.
00:34:07: Johannes Kinsler das es schon Sinn macht wenn das Problem größer wird sich auf fremde Hilfe zu holen weil Das merke ich schon jetzt, dass sich hier neue Aspekte des Denkens auch über sich selbst mitbekommen von Johannes.
00:34:21: Und das macht schon irgendwie Spaß eigentlich auch und bringt vielleicht auch einen der Lösungen näher wenn man eben auch ein Lösungsdruck hat.
00:34:30: nicht jeder hat ja ein Lösungstruck.
00:34:31: was mich interessieren würde wie erkenne ich denn eigentlich dass ich in einem Bereich mich bewege wo es zur gefährlichen Überforderung wird?
00:34:42: Also wenn wirklich jetzt gefragt ist entweder Hilfe in Anspruch zu nehmen oder wirklich meine eigene Widerstandsfähigkeit, meine Bewältigungsfähigkeit der Überforderung infrage zu stellen.
00:34:56: Ich persönlich finde ein wichtiges Maß wenn ich einen Eindruck habe dass ich meine eigene Autonomie verliere also sprich wenn ich mich häufig ganz anders da fühle wie ich mich eigentlich gerne fühlen wollen würde das sich mich häufig anders verhalten Verhalte, wie ich mich eigentlich ganz gerne verhalten würde.
00:35:15: Das ist ja oft so eine Entmachtung, dass sich zu sehr in den Automatismus reingerate und mich eben über diese Kneipe aufrege, obwohl ich eigentlich weiß die ist halt da, es nützt nichts.
00:35:26: Ja und weil's auch ein Symbol der Lebensfreude ist.
00:35:28: Und weil das auch ein
00:35:29: symbol der Lebens Freude ist?
00:35:30: Also
00:35:30: es ist echt was Schönes, dass Menschen da rund um die Uhr reingehen können ihr Bierchen trinken miteinander reden Ort der Begegnungen und über das Leben sprechen, das ist ja eigentlich etwas Tolles
00:35:39: genau Absolut.
00:35:41: Ich würde noch ein bisschen ergänzen mit dem Hilferholen, ich würde schon die ersten Schritte einfach wie auch beim Sport erst kleine Dinge, also erstmal mit Freunden und Partnern, mit wem auch immer sprechen bevor die Hürde gleich zu einem Experten geht.
00:35:59: Oft ist das...
00:35:59: Ich weiß nicht ob die Hörde da so groß ist!
00:36:01: Also wenn ich ganz ehrlich bin, ich versuche ja immer, ich übertreibe jetzt bewusst ein bisschen aber ich versuch ja den Pfild zu suggerieren dass ich ein Riesentyp bin.
00:36:09: Marc Kerl
00:36:10: Ja.
00:36:11: Und
00:36:12: ich könnte mir vorstellen, dass wenn ich so eine Überforderungssituation hätte, das sich dann vielleicht leichter mich dir öffnen könnte als fremder Person, als ich jetzt zum Phil gehe.
00:36:24: Also was weiß ich?
00:36:26: Ich komme hier mit dem Podcast nicht zurecht.
00:36:28: Fühlen mich überfordert mit diesen hochgerädigen Gästen und dann weiß ich nicht ob ich das als erstes dem Phil sagen würde.
00:36:34: Vielleicht ja aber vielleicht wird es mir auch leichter fallen mit dir drüber zu sprechen.
00:36:38: Das stimmt bestimmt.
00:36:39: Also ich habe ja auch oft Coaching-Klienten aus höchsten Führungsebenen und klar, wenn du als CEO oder als Vorstand zum Beispiel wie gar nicht so selten in Videokonferenzen Panikattacken bekommst und zu tun musst als wer jetzt irgendeine Internetstörung weil du eigentlich keine Luft mehr kriegst dann ist es natürlich einfacher sich jemand wie mir öffnen wie irgendeinem Kollegen oder in einem Freund, das ist klar.
00:37:11: Aber dann sind wir wieder beim Selbstbild.
00:37:13: Also darf ein CEO den Vorstandchef auch Panikattacken bekommen?
00:37:19: Oder nicht?
00:37:20: Ist gleich im Fußball dürfen die Oberprofis einen elf Meter verschießen oder nicht?
00:37:25: Manchmal passiert es halt...
00:37:31: Sagt Dr.
00:37:32: Johannes Kienzler heute zu Gast bei den Halbzeit-Legenden.
00:37:35: und ihr könnt all das, was wir hier heute mitnehmen übrigens nicht nur hören sondern auch sehen und zwar die besten Clips, die besten Aussagen aus unserer Folge.
00:37:43: auf unseren Social Media Kanälen bei LinkedIn, bei Instagram, bei Facebook und dem WhatsApp Kanal gibt es bei uns beispielsweise auch... Johannes wenn du jetzt sagst auch CEOs haben Probleme in diesen Zeiten und dann spricht es ja sehr dafür dass über alle Geschichten sprichte sehr dafür, dass über alle Schichten der Gesellschaft tatsächlich das Thema Resilienz nach wie vor sehr groß ist.
00:38:06: Haben wir so ein bisschen die Achtsamkeit in vielen Bereichen der Gesellschaft verloren in den letzten Jahren?
00:38:12: Hat sich das verändert?
00:38:13: Negativ verändert?
00:38:15: Ich weiß nicht ob sich die Achtersamkeit verloren hat.
00:38:19: Aus meiner Sicht sind es zwei große Faktoren.
00:38:21: Das eine ist einfach die unheimlich schnell verändernde Welt Also dass immer wieder neue Ansprüche, neue Anforderungen auch in Unternehmen ein Change mit dem nächsten Change die Werte eines Unternehmens, die Ansprüchen verändern sich.
00:38:41: Und das zweite ist sicher die Vorstellung eines perfekten Lebens, eines wunderschönes besonderen Lebens.
00:38:52: Wir vorhin schon mal erwähnen solche Begriffe wie genügsam oder zufrieden werden einfach sehr wenig benutzt.
00:39:01: Dann kommt ein, ja willst du nicht mehr aus dir machen?
00:39:04: Du könntest doch aber auch und so.
00:39:07: Ja weil heutzutage auch abverlangt wird das alle alles können also...
00:39:11: Alle alles können und gut ist ihnen ja auch viele viele Möglichkeiten.
00:39:14: Also der Begriff heißt ja multi-optionale Welt.
00:39:18: früher war halt so wenn du Klischeehaft, wenn dein Vater am Band gearbeitet hat oder in der Grube oder so.
00:39:26: Dann war eigentlich irgendwie klar, dass du halt auch nicht in die Vorstandsentagen kommst.
00:39:32: heute ist es ja tatsächlich vieles möglich.
00:39:34: Es ist von sexueller Orientierung bis Wohnort bis Religion ist ja alles offen und das ist einerseits wunderschön aber andererseits geht's halt auf Kosten des Haltes und der Berechenbarkeit.
00:39:49: was mir in deiner Rede oder bei deinen Ausführungen hängen geblieben ist, auch zum Beispiel von deiner Tante war das glaube ich.
00:39:58: Dieser Punkt dass glaube ich im Leben ein bisschen Dankbarkeit und ein bisschen Demut hilft.
00:40:04: also das Glas ist eben halb voll und nicht halb leer.
00:40:07: und Optimismus, dass das wirklich dazu beiträgt zufriedenes Leben zu führen und dadurch mehr Widerstandsfähigkeit gegen Herausforderungen zu entwickeln.
00:40:18: Das ist eigentlich so ein einfaches Rezept, was man sich eigentlich mal vor Augen halten müsste...
00:40:24: Vermeintlich einfach!
00:40:25: Man muss nicht überall der Beste sein.
00:40:27: Nein
00:40:28: aber das ist eine Frage von Training, die schon in frühester Kindheit beginnt als ich meine es doch einfach so einen Ball ins Tor zu schießen oder?
00:40:37: Eigentlich
00:40:38: schon.
00:40:38: Also ich
00:40:38: habe es auf genug gezeigt, dass das was ist einfach so auf der Welt.
00:40:43: Also gerade als Zuschauer, wenn man so sieht denkt mal ja da steht doch frei, schießt doch dahin.
00:40:47: wo ist Problem?
00:40:48: Ich glaube es ist eine Übungssache, du kriegst irgendeine Information die sich erstmal sich schlecht anhört und das ist eine Trainingssache.
00:40:57: und Haltung zu überlegen könnte denn darin auch ein guter Anteil sein.
00:41:01: Könnte sich daraus etwas Gutes entwickeln?
00:41:04: also Was könnte denn sein?
00:41:06: Das ist auch typische Coaching-Arbeit.
00:41:08: Was ist denn das Gute daran, was könnte das Gote daran sein?
00:41:13: und das muss man trainieren.
00:41:15: Und wenn man das je besser man es kann, desto leichter ist es.
00:41:19: ja.
00:41:20: Gab es in deinem Leben ein Schlüsselmoment?
00:41:22: weil du bist ja eigentlich ein in Anführungszeichen normaler Arzt gewesen.
00:41:27: Allgemein Medizin hast zwar auch Notarzt warst auf dem Notarzwagen Aber dennoch eigentlich ein normaler Arzt.
00:41:35: Jetzt machst du was ganz anderes.
00:41:37: Gab es da irgendwie so, hat's irgendwann einen Klick gemacht?
00:41:39: Ich will etwas anderes machen und wenn ja ... Was war da gewesen und was war die Ursache dafür?
00:41:44: Wenn ichs genau nimm zwei schlechte Nachrichten!
00:41:48: Und wie oft in der Resilienz oder in der Überforderung ist dass sich Werte und Ziele von mir nicht erfüllen ließen und ich es zu spät gemerkt habe.
00:42:01: also Konkret, ich war drei, vier, fünf Jahre in der Arztpraxis.
00:42:06: Ich habe die relativ jung gekauft mit den Vorstellungen und Werten.
00:42:11: Ich nehme mir für jedem Zeit.
00:42:15: Ich bin total lieb zu jedem.
00:42:17: Und ich gucke, dass sich jedes Bedürfnis befriedigen kann.
00:42:20: Hat sich dann irgendwie nicht gerechnet?
00:42:21: Und ich bin ja auch total nett zu meinen Angestellten.
00:42:23: Die dürfen sich auch so gestalten wie sie gerne wären.
00:42:27: Das habe ich gemacht bis die Bank angerufen hat Und gesagt hat sie, wir können ihre Gehälter nicht mehr auszahlen.
00:42:37: Einer der schlimmsten Momente meines Lebens.
00:42:39: Gleichzeitig gab es noch in Liebesdingen ziemlich große Verwirrungen und ich war ausgebrannt.
00:42:46: Ich war irgendwie ganz schön überfordert.
00:42:48: Jetzt haben wir doch genau den Punkt wer oder was hat dir dann geholfen?
00:42:52: Kommt ein verrückter Zufall!
00:42:59: Seminar, das nannte sich Partu weil wir eben auch
00:43:03: zusammen oder getrennt?
00:43:04: Zusammen.
00:43:05: Weil es mir auch nicht gut ging so da habe ich darüber berichtet und hab auch geweint und war relativ kaputt.
00:43:13: so und dann stand plötzlich eine der anderen Teilnehmerinnen die ich vorher noch nicht so groß kannte Petra vor mir und sagt
00:43:20: hm
00:43:21: ich bin Coach und ich bin Unternehmensberaterin.
00:43:25: Ich gucke mir das mal an mit deinem Unternehmen.
00:43:28: Und dann habe ich gesagt, du, ich bin pleite.
00:43:30: Ich kann mir nichts.
00:43:31: Das ist nicht so jemand wie dir.
00:43:32: Kann ich mich nicht leisten?
00:43:33: Sie meint, egal, schenke ich
00:43:34: dir.".
00:43:36: Dann ist sie tatsächlich in Schwarzwald gekommen und hat meine Praxis durchanalysiert sowohl finanziell als auch vor allem meine Angestellten nach Fähigkeiten – Nicht-so-Fähigkeiten hat zwei Tage Workshop gemacht und hat das alles erst mal umgestellt.
00:43:51: D.h.,
00:43:52: plötzlich haben die Mitarbeiter denn woher ganz anders arbeitet wie vorher.
00:43:57: Und dann dachte ich, wow.
00:43:58: Was ist denn das?
00:43:59: Was machten die?
00:44:00: Und er sagt ja, es ist systemisches Coaching und da war der Hammer Moment durchgesagt habe.
00:44:04: Das will ich aber auch lernen.
00:44:05: Das ist ja, das ist ja
00:44:07: so wie
00:44:08: ich können.
00:44:10: Dann hab' ich angefangen Ausbildung zu machen und habe dann immer mehr gemerkt.
00:44:14: Wow!
00:44:14: Das fasziniert mich schön.
00:44:17: Da müssen wir dir mal ein Kompliment zurück aussprechen dafür dass du so offen umgehst tatsächlich mit deiner Geschichte.
00:44:22: Das is ja auch nicht selbstverständlich, dass man sich da so ehrlich macht.
00:44:25: in vielerlei Hinsicht Hat der ja auch geholfen, also ... Der Punkt das zu verstehen war dann auch ein Stück weit ein Wendepunkt.
00:44:33: Absolut und ich bin immer schwierig mit diesem abgetroschenen Satz quasi in jeder Krise liegt einen Gag.
00:44:43: So ein Kalenderspruch?
00:44:44: Ja so ein
00:44:44: Kalendaspruch.
00:44:45: Jede Krise ist eine Chance.
00:44:46: Jeden
00:44:47: Krise
00:44:47: hat sie als Chance verkleidet oder
00:44:49: irgendwie so.
00:44:50: So was
00:44:50: genau.
00:44:51: Ich ... So finde ich ihn nicht richtig.
00:44:53: Eine Krise is meistens erst mal ... Aber in dieser multi-optionalen Überlegung kann man sagen, vielleicht ist ja auch eine Chance drin daran zu reifen.
00:45:05: oder was könnte mir das verändern?
00:45:07: Was könnte mir dass bringen?
00:45:09: und wenn ich ehrlich, das sind wir wieder bei diesem ehrlich.
00:45:12: Mein Leben bilanzier habe ich die größten Schritte meistens tatsächlich über Krisen, überscheitern gemacht.
00:45:21: Wie nennt man das eigentlich Patienten?
00:45:24: Klienten oder Mandanten?
00:45:26: Oder
00:45:27: Coaches.
00:45:30: Ist ja für die eigentlich auch ein gutes Beispiel.
00:45:33: Hören die das ab und zu von dir, deine Geschichte um dich noch glaubwürdiger zu machen?
00:45:39: Es gibt eine lustige Anatode dazu.
00:45:43: bei meiner allerersten Internetseite wo ich quasi so von Arzt auf Coach gewechselt bin dachte ich so, oh ich muss es verheimlichen.
00:45:51: Ich muss so tun als wäre ich Coach schon seit hundert Jahren und habe das mit dem Arzt ganz klein gemacht und meine Coaching Ausbildung ganz groß gemacht bis der erste Klient kam und sagt sie hab' ich rausgesucht und hab mich gesagt ah warum?
00:46:05: Weil Sie haben so ein Bruch in Ihrer Wieter!
00:46:07: Ich bin
00:46:09: total erschrocken, weil ich dachte, ich habe es doch verheimlicht.
00:46:11: Wie ist er da draufgekommen?
00:46:12: Dann gesagt, nee das imponiert mir.
00:46:15: Das gefällt mir.
00:46:16: Es macht's spannend auch ein Stück weit.
00:46:19: Ja du kannst ja immer von einem aus gehen.
00:46:23: dieses Gespräch heute vorbereitet habe.
00:46:25: Habe ich ein bisschen geguckt, was finde ich denn über den Vogel?
00:46:27: Und dann habe ich für den Johannes Gienzler nachgelesen und hab gesehen, der war mal Arzt und er war eigentlich auch ein ziemlich überzeugter Arzt.
00:46:35: Der war ein Zimbabwe, der War Notarzt.
00:46:36: also der war ja nicht irgendwie so'n zufälliger Arzt sondern er hat das sehr gerne mit großer Leidenschaft gemacht.
00:46:41: und jetzt muss der eigentlich wenn er das jetzt macht mit mindestens eben solcher Leidenschaft, wenn nicht noch mehr Enthusiasmus diesem neuen Job dieser neuen Berufung anhängen.
00:46:52: und das hat es für mich eigentlich spannend gemacht.
00:46:53: Ich würde sagen, war bei mir genau der gleiche Effekt wie bei deinem Kochi.
00:46:58: Ja ja
00:46:58: danke aber das ist das mit dem ehrlich.
00:47:01: Einfach ehrlich sagen ja ich bin da mal...ich bin schon mehrfach in meinem Leben gescheitert und meistens aus der Scheiterung
00:47:12: was Gutes
00:47:12: sind weil ich schon auch irgendwann gelernt habe zu gucken, könnte auch noch was Gutes draus entstehen.
00:47:19: Was kann ich denn daraus noch machen?
00:47:20: Ist
00:47:20: dir eigentlich aufgefallen dass im Fußball wahnsinnig inflationär der Begriff Resilienz verwendet wird inzwischen?
00:47:27: Nee echt!
00:47:28: Ja
00:47:28: es finde Unglaublich auffällig inzwischen.
00:47:31: Wie oft?
00:47:32: In
00:47:32: welcher Situation, wenn man Gegentour gefangen hat oder...
00:47:35: Generell in schwierigen Spielen, in Zeiten wo man sportlich in der Krise steckt oder so, dann sagen ganz viele ja wir brauchen wieder mehr Resilienz.
00:47:43: Wir müssen widerstandsfähiger sein gegen scheinbar überlegende Gegner und so das ist ein totales Modewort geworden.
00:47:48: inzwischen im Profifußball ist es total auffaillig finde ich sind noch nicht aufgefallen.
00:47:52: Aufgefallen ist es mir nicht aber Aber es ist ja auch spannend, weil es gibt ja Mannschaften die wirklich mit einem trotz Rückstand und scheinbarer Chancenlosigkeit einen fantastischen Fußball spielen.
00:48:04: Und andere, wo man das Gefühl hat, dass die nach dem zweiten Gegentor Mimimi machen oder?
00:48:09: Das müsst ihr besser beurteilen.
00:48:10: Aber...
00:48:10: Die gibt's definitiv!
00:48:13: Dass der Tieffeld nicht weiter an dieser Stelle.
00:48:19: der Dirk weiß genau, worüber wir gleich reden wollen.
00:48:22: Ja
00:48:23: und das ist ja natürlich Resilienz von einer Mannschaft.
00:48:27: Ich finde auch wenn man die Trainer- oder sogenannten Coaches am Rand sieht
00:48:32: Coaches damals wieder.
00:48:34: Wie die Coaches, wie die da unterschiedlich reagieren mit Niederschlägen?
00:48:40: Mit Scheitern und Gegentoren?
00:48:44: Wer empfängt dann beim Wechseln trotzdem in die Jungs um abends?
00:48:48: Absolut!
00:48:48: Ich muss auch sagen es hilft sehr viel glaube ich im Leben wenn du schon mal die Situation des Scheitens erlebt hast weil dann schmeckst Du eigentlich erst Mal
00:48:58: wie süß Der Erfolg.
00:49:00: Ohne das saure Baby
00:49:02: schmeckt
00:49:02: der Süße nicht so süß, absolut
00:49:04: klar!
00:49:05: Also ich liebe eigentlich auch mal ein Scheitern um dann wirklich diesen Erfolg wenn man auch hin und wieder mal hat und kann ja selbst definieren was für einen Erfolg ist wirklich genießen zu können.
00:49:16: Die
00:49:16: schönste filmarische Szene ist daraus von mit Alexis Sorbas der Grieche.
00:49:22: Kennt ihr die?
00:49:24: Die bauen so eine Seilbahn, weil sie Hölzer von einem Ende der Insel auf die anderen bauen müssen.
00:49:29: Total aufwändig und dann fällt das Ding furchtbar zusammen.
00:49:34: Eigentlich würde man sagen, dass dies in Folge scheitert.
00:49:37: Alexis Sauer sagt zu deinem Chef, Chefe hast du schon mal etwas so schön zusammenbrechen sehen?
00:49:44: Ja wunderbar!
00:49:47: Das ist einer der schönsten... Positiv Reframing
00:49:50: vom
00:49:51: Scheitern.
00:49:51: Sehr gut, sehr gut!
00:49:53: Zittier ich öfters mal im Coaching aus.
00:49:54: Ja, das schließt sich genau dieser Kreis zu dem Bild, dass du am Anfang unserer Folge auch aufgebaut hast mit dem sich gegen den Wind stellen und etwas Neues dann am Ende da wieder rausziehen.
00:50:04: also wahnsinnig viele spannende Themen waren dabei.
00:50:07: um all das nochmal jetzt zusammenzupacken pack der Dirk jetzt wiederum sein Lieblingsinstrument aus und zwar das Jagdhorn.
00:50:19: Ja, das hast du schon richtig gut drauf inzwischen.
00:50:21: Du hast geübt!
00:50:22: Ich habe geübert ja... Also
00:50:25: ich vergleich mich nur mit mir selbst wie ich früher geblasen hab und wie ich heute in der Lage bin diese Melodien zu intonieren.
00:50:32: Das warst du im Original?
00:50:35: Nein, wir wollen Ehrlichkeit.
00:50:37: Kein talentierteren Jagdhorn-Spieler!
00:50:41: Hätte er sein können?
00:50:42: Wir haben
00:50:44: es
00:50:45: gescheitert.
00:50:46: Aber was er wirklich gut macht im Gegensatz zum Jagdhornspielen ist so ein bisschen am Ende unserer Gespräche hier in unserem kleinen Podcast das Ganze nochmal zusammenzufassen.
00:50:55: und was nehmen wir heute mit Dirk?
00:50:56: Also ich habe einiges mitgenommen.
00:50:58: von Dr.
00:50:58: Johannes Kienzler war wirklich ein sehr spannendes Gespräch.
00:51:02: Danke dafür.
00:51:03: Und einer der Punkte gleich am Anfang war eigentlich, dass er gesagt hat die heutige Werte- und Zielvielfalt kann zur Überforderung führen wenn man all diesen Dingen gerecht werden möchte.
00:51:15: Dann hat er gesagt auch das hat mich wirklich ein hundert Prozent und total überzeugt Ehrlichkeit und ein realistischer Optimismus helfen um Überforderungssituationen zu vermeiden.
00:51:28: Auch das ist für mich ein wirklicher Kernsatz gewesen.
00:51:31: und als Warnsignal hat er genannt, es sollte dich warnen wenn du dich anders fühlst, anders denkst, als du eigentlich dich fühlen oder denken möchtest.
00:51:44: Und wenn du da immer mal wieder dich selbst hinterfragst bin ich eigentlich im Moment ganz anders drauf als ich darauf sein möchte!
00:51:50: Wenn das der Fall ist dann... Geht's zu Johannes.
00:51:54: Definitiv!
00:51:56: Das ist unsere Empfehlung.
00:51:57: Johannes, vielen Dank für deine Zeit!
00:51:58: Wahnsinnig gutes Gespräch und ganz, ganz viele wichtige Dinge die wir heute mitnehmen.
00:52:03: Vielen Dank dass du da warst.
00:52:04: Da glaube ich kann man eine ganze Menge rausziehen von all dem.
00:52:07: Ich bedanke mich auch.
00:52:08: Es ist sehr, sehr nett mit euch.
00:52:10: Sehr unterhaltsam und sehr resilient.
00:52:13: Ja es geht mir jetzt schon deutlich besser wie vor der Stunde.
00:52:19: Komplimente haben wir auch viele verteilt.
00:52:20: Ich stelle
00:52:21: überhaupt ein bisschen was mit daheim und viel Du weißt...
00:52:25: Am Ende sind wir trotzdem alle heute Sieger und auch deutlich Resilienter.
00:52:29: Danke schön, alles Gute für dich lieber Johannes und Dirk.
00:52:33: Ich freue mich jetzt schon wieder auf nächsten Donnerstag!
00:52:34: Es wird
00:52:35: auch nächsten Donnersdag wieder legendär ich sage sogar Halbzeit-Legendär.
00:52:39: So sieht's aus.
00:52:40: bis dahin danke Johannes macht es gut.
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