Was passiert, wenn die Musik gewinnt? Mit Karsten Schmidt-Hern
Shownotes
Manche Lebenswege führen immer geradeaus - und andere nehmen eine Kurve, die alles auf den Kopf stellt. In dieser Folge der „Halbzeit-Legenden" sprechen Dirk und Phil mit Karsten Schmidt-Hern, der als Top-Jurist in einer großen Kanzlei arbeitete und heute als Sänger die klassische Musik zu seinem Hauptlebensinhalt gemacht hat.
Wie wird aus einem leidenschaftlichen Hobby plötzlich der wichtigste Teil des Lebens? Was braucht es, um den berühmten Reset-Knopf nicht nur zu erkennen, sondern auch wirklich zu drücken? Es geht um mutige Entscheidungen, das richtige Timing, den Blick für die wirklich wichtigen Inhalte - und darum, was die intensive Liebe zur Musik aus einem ganzen Leben machen kann.
Und weil Worte allein hier nicht reichen: Karsten singt für uns und euch live im Studio - ein Gänsehaut-Moment, die seinen besonderen Weg hörbar macht. Weil es nie zu spät ist, dem eigenen Leben eine neue Melodie zu geben.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wo die Worte aufhören, fängt die Musik an.
00:00:03: Das hat Eta Hoffmann gesagt.
00:00:05: Der war übrigens nicht nur Schriftsteller sondern auch Jurist und Komponist.
00:00:10: Dirk was sagste dazu?
00:00:12: Ja bei ihm hat vielleicht die Musik angefangen.
00:00:14: beandern ist es die Stille die sie dann umgibt aber auch stille hat ja etwas von Musik für den ein oder anderen.
00:00:19: ich muss ehrlich sagen Ich finde es ganz gutes Zitat.
00:00:22: Ich finde es auch ganz gut, aber die sind ja meistens gut bei uns.
00:00:25: Aber das gibt schon ein bisschen den Ton vor.
00:00:27: Er setzt den Ton heutewürz musikalisch bei uns.
00:00:30: hier ist die Zauberflöte unter den Podcasts für Best Ager Hier sind die Halbzeitlegenden Und für alle in den besten Jahren und in diesen besten Jahren sind wir ja auch besonders gern, besonders musikalisch unterwegs.
00:00:53: Da ist es wirklich extrem passend dass heute Carsten Schmidt-Herrn bei uns zu Gast ist.
00:00:58: einen schönen guten Tag lieber Carsten!
00:01:00: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:01: freue mich hier zu sein.
00:01:03: Hallo Carsten!
00:01:04: Es geht heute um Musik, es geht aber auch darum Mut zu haben in der Mitte des Lebens nochmal einen ganz neuen Weg einzuschlafen.
00:01:12: Aber bevor wir da wirklich in die Sache einsteigen möchte ich zunächst euch mal vorstellen wer ist eigentlich Dr.
00:01:18: Carsten Schmitt-Herrn?
00:01:19: Dr.
00:01:20: Karsten Schmidt-Hern tanzte als Partner einer sehr renommierten Wirtschaftskanzler in der juristischen ersten Reihe um sich im Alter von fünfzig Jahren ganz der Musik zu verschreiben Gesungen und Gitarre gespielt, hat er zum reinen Vergnügen eigentlich schon immer.
00:01:34: Aber nachdem er zum vierzigsten ein paar Gesangstunden geschenkt bekam, reifte irgendwann der Entschluss zum Seitenwechsel – aus dem Top-Juristen wurde ein freischaffender Künstler und leidenschaftlicher Gesangsprofi.
00:01:46: Hallo noch mal!
00:01:47: Vielen Dank für die nette Einleitung, vor allen Dingen auf den Doktor lege ich natürlich irrsinnig.
00:01:52: Ja das haben wir uns schon fast gedacht.
00:01:53: was für eine spannende Vita lieber Carsten?
00:01:56: Was kann dir denn die Musik geben, was dir in dieser Form nichts und niemand sonst in deinem Leben geben konnte?
00:02:02: Oh!
00:02:04: Eine sehr gute Frage also... Ich habe noch nie darüber nachgedacht ob mir die Musik etwas gibt, was mich andere Menschen nicht geben können.
00:02:12: Mein früherer Job als Rechtsanwalt der war... Der betraf den Kopf Das war alles so ab der Brust aufwärts und mein Job bestand darin Probleme zu lösen.
00:02:22: Und die Musik ist ein ganz anderer Zugang zum Leben, da funktioniert es am besten wenn man die Dinge passieren lässt, wenn man einfach sich dem an Heim gibt was gerade ist.
00:02:35: Gerade beim Singen ist das oftmals ein gewisses Problem weil da kommen Körper und Geist zusammen und wenn bei einem von beiden irgendwas nicht so richtig stimmt...
00:02:44: Da klingt's komisch!
00:02:44: Dann klingt es jedenfalls nicht so wie es klingen könnte.
00:02:47: Aber gerade diese Vereinigung von Körper und Geist war etwas, was mich total fasziniert hat.
00:02:53: Und ich habe immer noch so eine... ...etwas abgeklungen, aber immer noch intensive Erfahrung wie das war plötzlich da so zu stehen als Sänger nackt und los.
00:03:03: Beschreib mal!
00:03:04: Was war dieses Gefühl in dem Moment?
00:03:05: Ne,
00:03:06: ich hab ja früher die mit Gitarre, hab' ich angefangen Musik zu machen und insbesondere auch Gesang zu machen.
00:03:13: Und ohne die Gitar reformen war auch Ganz unmittelbar nackt und los, also ich war schon angezogen.
00:03:21: Aber gewissermaßen psychisch nackte und los da zu stehen... ...und der Körper das Instrument ist.
00:03:33: Das war vollkommen irre und sehr furchteinflösen auf der einen Seite aber auf die anderen Seite total faszinierend.
00:03:40: Und auch wenn es am Anfang eigentlich für meine Begriffe nicht so gut geklappt hat, habe mich das sofort gepackt und dann eben auch nicht mehr losgelassen.
00:03:46: Also ich wollte das einfach unbedingt weiter
00:03:48: machen.".
00:03:49: Du hast ja deine Vergangenheit schon angesprochen!
00:03:51: Wie oft haben Leute damals bei deiner Entscheidung hast du gesagt, neh, ich fange jetzt nochmal komplett neu an?
00:03:56: Ich lass all dieses Leben, dieses Berufsleben jetzt erstmal hinter mir.
00:04:00: Ich schalte komplett auch ein Stück weit meinen Kopf aus vielleicht auch mein Verstand aus.
00:04:04: wie oft haben die Leute zu dir gesagt, das kannst du nicht machen bist du völlig bescheuert.
00:04:10: Also es gibt einen einzigen Menschen, der auf die Nachricht von meiner Entscheidung etwas verstört reagiert hat und das war meine Mutter.
00:04:19: Das hat aber bestimmte persönliche Gründe – ich habe dir das auch nie übel genommen – alle anderen, denen ich das erzählt habe, insbesondere meine Partner in der Sozialität.
00:04:31: Ich hab irgendwann angefangen den das zu erzählen und hatte dann so im Vorhinein die Vorstellung Die reagieren so mit einer Mischung aus Ablehnung und Unverständnis.
00:04:41: Und das war überhaupt nicht so,
00:04:42: okay?
00:04:43: Ich habe mich mit allen gesprochen aber mit jedem mit dem ich gesprochen habe.
00:04:47: die haben sich das angehört.
00:04:48: dann haben sie gesagt es schade dass du gehst Aber das ist offenbar was zu tun mussten.
00:04:53: wir wünschen ihr viel glück.
00:04:53: dabei
00:04:54: hatte der ein oder andere auch selbst So einen kleinen traum im kopf und hat gemerkt gerade in der situation als du das erzählt hast mensch ich hätte den mut nicht Das zu tun und hat vielleicht auch irgendwas im Hinterstübchen, was ich im Leben gerne gemacht hätte aber nie gemacht habe.
00:05:08: Weil ich mich nicht gedraut hab, den Schritt zu gehen.
00:05:10: Das
00:05:11: ist ganz interessant.
00:05:11: Da hab' ich viel drüber nachgedacht weil das natürlich so im ersten Moment als die Reaktion rüberkommt, die man hat.
00:05:18: Aber wenn man darüber nachdenkt da gibt's natürlich jüngere Partner damals Die waren finanziell noch nicht soweit wie ich war Ja?
00:05:26: Aber es gibt auch viele, die waren sowei, die hätten Wie du sohin gesagt hast bis durch.
00:05:31: ja Und wenn man durch ist, dann ist es ja weniger die Frage was muss ich jetzt noch machen sondern was will ich jetzt.
00:05:36: Noch machen?
00:05:38: und auch diese negative Formulierung Ich würde gerne aber ich trau mich nicht ist ja andersrum gewendet Auch das was sich gerade mache Es gibt nichts was ich lieber machen würde und jedenfalls auch für solche Leute steht.
00:05:53: natürlich gibt es Dann durch die Geschichte die ich ihnen vermittelt habe wie bei keine Ahnung bei Microsoft Update so ein reset point.
00:06:02: Da gab es mal einen Moment im Leben, wo jemand anders mir was gespiegelt hat und da habe ich eine bewusste Entscheidung getroffen.
00:06:08: Ich habe das in meinem Kopf bewegt und hab gesagt ne ich mache das weiter was ich bisher gemacht habe und allein das finde ich kann schon auch so eine Lebensbestärkung
00:06:16: verursachen.".
00:06:16: Du hast aber juristisch in der Champions League gespielt muss man sagen?
00:06:21: Und wusstest wahrscheinlich ohne jetzt ... ich habe wirklich Respekt vor deiner Entscheidung und auch von deiner nachfolgenden Gesangskarriere Die Champions League.
00:06:29: wahrscheinlich kann es im Gesang mit fünfzig schwer noch werden.
00:06:34: Absolut und das war eine der vielen, vielen Fragen.
00:06:37: Ich bin ja auch immer noch Jurist in dem Sinne dass ich versuche Probleme systematisch zu analysieren.
00:06:43: Das habe ich damals auch gemacht.
00:06:44: Es war in der Tat ein Punkt.
00:06:46: Mir war klar, dass sich nie wieder etwas so im landläufigen Sinne erfolgreich machen würde wie diese Juristerei Und das hab' ich mich gefragt ob mir was ausmachen würde.
00:06:59: Ich bin so im Egyptus gekommen, das ist mir eigentlich egal.
00:07:01: Das ist ein schönes Ergebnis.
00:07:03: dann ja?
00:07:03: Ja ich werde auf jeden Fall wenn ich das jetzt mache, dann werde ich besser singen... und mehr Gesangserlebnisse haben, als wenn ich es fünf Jahre später mache.
00:07:13: Gab's da eigentlich so ein Schlüsselerlebnis?
00:07:14: Dass du irgendwann ... weil du hast gern gesungen aber du musst ja dann irgendwann mal die Erkenntnis gewonnen haben Ich kann so gut singen dass sich wirklich ohne mich auch lächerlich zu machen sagen kann das ist jetzt meine neue Passion Es ist mein Beruf Und ich ja mit der Juristerei auf gab's da irgendwie so den Schlüssel oder hat Was war der Punkt, wo du gesagt hast?
00:07:32: Das könnte was Ernsthaftes werden.
00:07:34: Es war eher so ein schleichender Prozess.
00:07:36: also es begann eben damit mit diesem... ...was ich vorhin kurz versucht habe zu beschreiben dieser Art Erweckungserlebnis mit dem Gesang und diese Erfahrung des Gesangs.
00:07:45: Und dann hatte ich eine Zeit wo ich dachte Also singen ist gut Arbeit ist schlecht hab aber trotzdem natürlich weitergearbeitet.
00:07:51: das ist ja auch immer so ne Fähnesgeschichte gegenüber den Partnern Aber nie drüber nachgedacht ob ich irgendwie ... aufhören könnte.
00:08:02: Und in die Richtung ging das erst und es war auch nicht so sehr der Punkt, dass ich sage... ... wann bin ich so gut, dass sich auftreten kann?
00:08:09: Das habe ich immer mal wieder gemacht.
00:08:11: Es waren nicht so häufige Auftritte, aber ich hab dann Hauskonzerte organisiert.
00:08:15: Also es ging nicht darum jetzt habe ich ein Niveau erreicht wo ich das machen kann sondern der Prozess war eher so.
00:08:20: Ich hatte ... ... im Jahr zweiteste Battacle.
00:08:24: Das konnte man bei Hengel alle fünf Jahre machen für drei Monate und da hatte ich mir vorgenommen Wenn ich ... Ich möchte gerne, wir wollten schon einen Urlaub machen.
00:08:31: Aber ich wollte in der Mitte sechs Wochen haben wo nichts geplant ist weil ich das mal erleben wollte wie das ist wenn man morgens aufwacht und nicht weiß was der Tag bringt.
00:08:40: Und wie war's?
00:08:42: Naja gut als ungefähr vier Wochen gedauert bis ich so näherungsweise in diesen Zustand gekommen bin.
00:08:47: Ich habe hier in der ganzen Zeit überhaupt nicht gelangweilt und ich hatte am Ende überhaupt keine Lust wieder zurückzugehen in den Beruf Und bin dann wieder zurückgegangen und hab da noch wieder kräftig gearbeitet aus dem Gedanken, den ich schon geschildert habe.
00:08:59: Und auch weil ich grundsätzlich mochte das ja aber... Da fehlte mir dann irgendwas so.
00:09:04: Dann kam irgendwann der Gedanke du könntest ja vielleicht aussteigen?
00:09:11: Und dann hab' ich auch gesagt ne, nein, nein!
00:09:13: So was macht man nicht.
00:09:15: Also meine beiden Großväter waren Berufsoldaten Und da habe ich irgendwie, weiß nicht genau, irgendwelche Reste in mir, dass man seine Kameraden nicht im Schützengraben zurücklässt.
00:09:25: Bis mir dann irgendwann aufging, das ich meine Kamerade nicht im schützen Graben zurücklassen würde, sondern einem angenehmen Büro wo sie weiter schön Geld verdienen.
00:09:32: und dann begann so ganz langsamer Prozess der... Wo ich mich mit dem Gedanken versucht habe anzufreunden.
00:09:39: Und wann war der Punkt da, an dem du gesagt hast So!
00:09:41: Und jetzt mach' ich's?
00:09:44: Also ich hatte dann Insbesondere das Finanzielle geklärt, deswegen bin ich auch fast den Mut angeht immer sehr zurückhalten.
00:09:50: Weil jetzt eben sehr viel mit jungen Musikern zu tun habe bei denen ich finde die haben richtig Mut weil die von vornherein sagen Ich wähle einen Beruf bei dem ich eigentlich weiß dass es eine gute Chance gibt Dass das prekär bleibt.
00:10:02: Das war aber bei mir nicht der Fall.
00:10:03: und irgendwann... ...ich war ihm fast fünftig Und bei meiner alten Kanzlei Hätte ich mich mit fünfundfünfzig ... ihn aktivieren lassen könnten, praktisch schon Rente gehen.
00:10:15: Mit Pensionen und so weiter.
00:10:17: Und da habe ich drüber nachgedacht... ...und hab gedacht okay... ...körper ist das Instrument der wird jetzt nicht besser.
00:10:25: Wenn du jetzt so kurz davor bist,... ...und das machen möchtest und dann zuckst du dir wieder zurück... ...dann ist irgendwas in den fünf Jahren, wo hätte ich gesagt... ...ja fünf Jahre geht ja schnell vorbei, wir sind alle die Zeit verpflichtet?
00:10:35: Ja!
00:10:36: Und wenn dann irgendwas ist dass ich das nicht mehr machen kann, das würde ich mir... ...das kann ich mir nicht
00:10:39: verzeihen.".
00:10:40: Das war der eine Aspekt, wo ich dachte ja okay du willst das wirklich machen.
00:10:44: Das andere war dass sie mir so schön auch wieder schön systematisch die gründe dafür und dagegen aufgezählt habe Und hab gemerkt, die Gründe, die er gegen sprachen.
00:10:51: Das waren alles Angstgründe.
00:10:52: so ein bisschen sowas werden wie Leute sagen.
00:10:54: Ganz interessant weil du sagst ja einerseits es ist eine Entscheidung schon des Herzens gewesen für die Musik andererseits kommt aber dann der Jurist raus der dann wirklich systematisch aufgeschrieben hat was spricht dafür und was spricht dagegen
00:11:05: und letztendlich
00:11:07: zur Entscheidung zu kommen.
00:11:08: also da merkt man schon wie in deinem Herzen in deiner Brust zwei Herzen schlagen allein daran.
00:11:14: ich bin auch nachher vor der Auffassung dass juristisches Denken per se gar nicht schlecht ist, so was zu systematisieren.
00:11:21: Nur ist es ebenso diese scheinbare Rationalität die da reinkommt, die kann ja eigentlich nur dazu dienen dass man irgendwann weiß okay jetzt habe ich das alles so sortiert, dass der Raum da ist um meine Emotionen sprechen zu lassen denn so eine Entscheidung finde ich ja nie rational statt.
00:11:37: aus meiner Sicht findet unsere Entscheidung sowieso nie rational Stadt sondern es gibt nur bestimmte Gründe und wir können eine gewisse Folgerichtigkeit herstellen.
00:11:45: aber hier ist es so.
00:11:48: Ich hab mir das eben vorgelegt, um dann zu spüren tatsächlich.
00:11:53: Das ist das was ich machen möchte.
00:11:54: Hast
00:11:55: du das nur dir vorgelegt oder?
00:11:57: Weil du hast von den Partnern in der Kanzlei gesprochen aber du hast ja auch noch andere Partner eine Ehefrau Ein Sohn, ich glaube dein Vater ist ebenfalls Partner gewesen bei Hengeler.
00:12:09: Dein Bruder ist Rechtsanwalt.
00:12:11: also das ist ja inflationär bei euch was die Juristen angeht und die Jurist sind ja auch schon relativ strikt in ihrem Kopf.
00:12:20: Was haben dir gesagt dass da plötzlich so ein Vogel kommt der jetzt einen auf freischaffenden Künstler machen will?
00:12:24: Also gefragt habe ich natürlich meine Frau Ich meine, die war ja auch schuld an der ganzen Geschichte.
00:12:31: Er hat es auf eine Weise losgetreten und ...
00:12:37: Sie hat's losgetreeten?
00:12:39: Weil sie hat auf die Frage von Kollegen was ... sollen wir Carsten zum vierzigsten Geburtstag schenken, hat sie gesagt, schenkt ihm doch Gesangstunden.
00:12:46: Vielleicht
00:12:47: weil du zu Hause so schlecht gesungen hast, der braucht mal Gesangsstunden oder lag da mehr dahinter?
00:12:52: Na
00:12:52: ja Sie hat ja immerhin damals gesagt also als wir uns kennengelernt haben dann habe ich auch Gitarre gespielt und da hat er gesagt also er spricht gut Englisch und er hat eine schöne Stimme.
00:13:01: das heißt also das war jetzt noch nicht so das Problem.
00:13:04: Du hast einen auf Singer Songwriter gemacht.
00:13:05: Ich
00:13:05: hab ihn aus Singer Songwriters
00:13:07: kennengelernet und es hat funktioniert.
00:13:10: Nein aber Ohnehin ist es in meinem Leben so, dass also irgendwas was zentrales das würde ich natürlich mit meiner Frau besprechen.
00:13:16: Sowohl weil es sie so fundamental betrifft und weil Ich das Glück habe eine sehr kluge sehr empathische frau zu haben auf deren input ich sehr viel wert lege.
00:13:26: Das heißt wenn ich sie nicht an bord gehabt hätte dann hätte ich das nicht gemacht aber ich hatte sie an bord.
00:13:32: Mein sohn hab ich irgendwann gefragt also die parameter Eigentlich alles stimmten, er war achtzehn und der hatte noch so zwei drei Bedenken.
00:13:41: Und nachdem ich die ausräumen konnte hat er gesagt okay dann...
00:13:44: Würdest du sagen welche Bedenkungen er hatte?
00:13:46: Weil das finde ich interessant was hat der Achtzehnjährige jetzt für Bedenke?
00:13:49: Das war ein ganz interessantes Paar.
00:13:51: was kann sich machen!
00:13:52: Ich finde dass spricht sehr für meinen Sohn was er damals gesagt hat.
00:13:57: Dass eine war dass er sagte also das finanzielle das kann ich nicht überreißen es macht mir ein bisschen Sorge.
00:14:02: Und da habe ich gesagt, verstehe ich aber kannst davon ausgehen das passt.
00:14:05: Das zweite war... Ich bin nicht ganz sicher
00:14:12: wie du
00:14:13: mit dieser ganzen freien Zeit zurecht kommen wirst.
00:14:19: Ob dich das so aushöhlen wird wie das bisher der Beruf gemacht hat und hab' ich auch darüber nachgedacht.
00:14:27: Aber ich habe das Gefühl es klappt schon!
00:14:32: ...denken kann.
00:14:33: Erleb ich dich als einen Vollblutjuristen und... ...ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass du ohne das
00:14:38: zurechtkommst.".
00:14:39: Ja klar!
00:14:40: Und der kannte dich nur so?
00:14:41: Der kannte mich nur so.
00:14:43: Der kankte mich nurso.
00:14:44: Und da habe ich ihm gesagt ja, das verstehe ich aber... Ich glaube, dass das andere auch in mir wohnt.
00:14:50: Dass es eigentlich immer schon in mir gewohnt hat und dass sich das eben gerne machen möchte.
00:14:54: Man muss sagen, es ging natürlich sehr stark um die Musik.
00:14:57: Aber es geht auch um dieses andere was ich beschrieben habe mit dieser Sabbatica-Geschichte.
00:15:01: Ich wollte einfach mehr Autonomie über meine Lebenszeit haben.
00:15:05: Man sagt immer schnell, ich wollte mehr Zeit haben.
00:15:07: wir haben alle gleich viel Zeit.
00:15:09: das ist auch so eine Sache.
00:15:10: wenn man aussteigt wie ich muss man immer so ein bisschen aufpassen.
00:15:14: die Leute sagen du hast ja so viel zeit und meine Antwort ist dann damit ich habe genauso viel Zeit wie du ich hab nur mehr unverplante Zeit.
00:15:21: aber ich wollte mir unverplante Zeit.
00:15:22: ich wollte das Leben sein Ding machen lassen und es hat er dann gekriegt hat gesagt okay und dann hat er ungefähr drei Monate, nachdem ich ausgestiegen war.
00:15:31: Hat ihn seine Patentante eine gute Freundin meiner Frau gefragt und wie ist das jetzt mit Papa zu Hause?
00:15:36: Und er hat gesagt besser als erwartet!
00:15:40: Dann war vielleicht der Grupp, dass Papa so viel zuhause sein wird.
00:15:43: Mein Sohn ist ein sensibler Mensch und deswegen hatte er diesen Punkt seinem Papa nicht sagen wollen.
00:15:49: Der hat möglicherweise mal gedacht, wie wird denn das so wenn ich dann jeden Abend bei ihm um zwanzig Uhr auf der Mathe stehen und sagen, was machen wir beiden hübsch denn heute?
00:15:58: Das haben wir gemeinsam.
00:16:01: Aber
00:16:02: das hat sich dann für ihn eingeregelt.
00:16:04: Er hat gemerkt dass ich ihm natürlich da jede Freiheit lasse und er keine zentrale Rolle in meiner Freizeitgestaltung spielt.
00:16:13: Das war sogar fast zu viel weil ich dann als ich aufgehört hatte plötzlich dachte okay der macht jetzt Abitur und ich bin auch da!
00:16:21: Das ist ja fantastisch und ich habe mir in der Zeit natürlich viel mehr Zeit mit dem Verringern als hoher.
00:16:25: Ich denke aber, dass dennoch das Finanzielle was du so ein bisschen zur Seite wischst.
00:16:30: eine Rolle spielt bei so einer Überlegung, weil du hast ja wirklich das Weißmann-Beihängler als Partner sehr viel Geld verdient und das kommt dann zumindest nicht mehr rein.
00:16:39: Auch wenn man es vielleicht irgendwo gesichert hat und darauf zurückgreifen kann auf die Ersparnisse aber es ist eben nicht mehr dieser Cashflow da den man vorher hatte und ich glaube dass das schon auch ein bisschen die Planung und möglicherweise auch das Denken beeinflusst, weil es schon Unterschiedes.
00:16:53: gehe ich an das dran was sich habe oder gehe ich daran was zusätzlich reinkommt?
00:16:57: Es ist so ne Überlegungen ist das jetzt, habe ich das Gefühl, dass wird genug sein.
00:17:03: Und was genug ist, das hängt natürlich auch sehr davon ab.
00:17:06: Klar, was man für ein Lebensstil legt und wir hatten und haben einen sehr schönen Lebensstiel aber das, was sich zur Seite legen konnte, das ist eben nach menschlichem Ermessen, wird das ausreichen.
00:17:19: Man kann immer versuchen mehr Geld zu bekommen und damit dann irgendwelche Sachen zu machen.
00:17:24: Aber das ist natürlich genauso Teil der Überlegung kommt es mir darauf an, noch mehr Geld zu verdienen.
00:17:30: Das ist so ein instinktiver Aspekt-Practice und man sagt okay nee aber auf das schöne Geld zu verzichten?
00:17:35: Ich habe dann ja auch die Pension verzichtet.
00:17:37: Ja ich finde immer noch dafür gebührt mir jedenfalls für die nächsten zehn Jahre noch der Titel Partner des
00:17:43: Jahres.".
00:17:55: so uneingeschränkt traurig gewesen sind, kann ich mir gar nicht vorstellen.
00:17:59: Naja das kommt halt drauf an ob die anderen das Gefühl haben dass man netto einen Beitrag zur Sozialität leistet oder nicht.
00:18:05: ja mit der Logik die du gerade formulierst und mal sagen am besten ist es wenn ein einziger Mensch da ist!
00:18:13: An sich ist aber natürlich so man versucht dadurch also man macht diejenigen zu Partnern... Die
00:18:18: dann auch
00:18:19: was... ...denen man meinen und Partnerinnen natürlich auch von denen man meint hat sie einen positiven Beitrag leisten.
00:18:23: Der kann in unterschiedlichen Dingen bestehen In der Tat.
00:18:30: Die Halbzeit-Legenden heute mit der extrem spannenden Lebensgeschichte von Carsten Schmittern und wir reden jetzt seit fast zwanzig Minuten, ich weiß ihr fragt euch alle wie klingt er denn nun eigentlich wenn er singt?
00:18:41: Die Antwort darauf gibt es natürlich noch im Laufe unserer Folge.
00:18:45: das ist auf jeden Fall ein absolutes Versprechen.
00:18:47: unter die Bilder Zu diesem spannenden Mann, die könnt ihr euch natürlich auch wie immer bei uns angucken auf unseren Kanälen in den sozialen Netzwerken.
00:18:55: Bei Facebook, bei Instagram, bei LinkedIn sind wir natürlich auch und wir freuen uns natürlich wie immer über ein Abo und eine gute, tolle Bewertung und danken euch dafür sehr herzlich.
00:19:05: Kast mir waren vorhin bei deinem vierzigsten Geburtstag und bei einem kleinen Einschnitt sozusagen in deinem Leben weil dann deine Frau sich erinnert hat ach da war doch mal was mit Singen und Gitarre.
00:19:14: und dann hast du diese Gesangsstunden diesen Gesangsunterricht geschenkt bekommen.
00:19:18: Was hat das mit dir gemacht und andersrum gefragt?
00:19:21: Warum hat es ungefähr zehn Jahre gedauert, bis du zu dieser grundlegenden Entscheidung gefüttert hast, dass du gesagt hast darauf setze ich jetzt alles.
00:19:30: Also bevor ich darauf antworte noch kurz dahin weiß Ich habe die ganze Zeit gesungen.
00:19:34: Ich hab immer gesungen... Ich hatte bei Hengeler Müller einen Chor übernommen irgendwas.
00:19:40: Ein Firmenchor.
00:19:42: Und das hat erst jemand anderes geleitet.
00:19:44: Irgendwann habe ich den übernommen total super wie neues Instrument.
00:19:49: immer mal mit der Gitarre gearbeitet und für mich selber gesungen.
00:19:54: Und auch mal bei Hengeler auf Weihnachtsfeiern und so, aber jedenfalls diese Gesangstunde.
00:20:00: da habe ich sofort gedacht, er wird mich nicht mögen, der Gesangslehrer.
00:20:05: Der wird sagen dass meine Stimme nicht ausreichend ist.
00:20:09: Und der Gesangslehrerin Holger Falk ist damals ein Frankfurt-Sänger, freischaffender Sänger inzwischen Professor in Graz und einer meiner besten Freunde.
00:20:20: Ich weiß noch, ich hab den Punkt hinausgezögert bis ich meine erste Gesangstunde mache weil ich tatsächlich so einen inneren Widerstand habe.
00:20:25: Deswegen hat meine Frau ja auch diese Maßnahmen gegriffen.
00:20:28: die hatte immer mal gesagt geh doch meinen Koa mach doch mal dies.
00:20:30: Aber
00:20:30: die fand ja offenbar deine Stimme gut und fand auch dass du eine super Stimme hast um zu singen?
00:20:35: Genau sie wollte eben das sich was draus machen.
00:20:37: Sie wollte nicht dass das endlich mal gut klingt.
00:20:43: Und deswegen bin ich auch so ewig dankbar auch wegen anderer Dinge aber auch deswegen ... so eine innere Tür aufgestoßen hat, durch die ich bis dahin nicht... ...durchtreten wollte.
00:20:52: Und dann bin ich durchgetreten und da stand ich plötzlich in diesem völlig neuen Raum.
00:20:56: Ja?
00:20:57: Ich weiß noch, die erste Gesangstunde, da hatte ich mir ein Lied überlegt, der Holger auch gesagt sollte ich mitbringen... ...und dann habe ich das gesungen.
00:21:05: Welches war das?
00:21:05: Weißt du was noch?
00:21:07: Das war Bring Him Home aus Limitser
00:21:09: Rappel.
00:21:10: Okay ja!
00:21:11: Und das
00:21:12: hat wirklich... Hat er irgendwie nichts zu gesagt.
00:21:15: Er dachte schon okay, der findet das scheiße.
00:21:16: Der mag das nicht.
00:21:18: Und dann haben wir angefangen zu arbeiten.
00:21:19: Und Gesangsunterricht, so wie Holgerin praktiziert und auch mein derzeitiger Lehrer... Das fängt eben an mit dem Physischen.
00:21:29: also wie steht man?
00:21:31: Wie atmet man sich auf?
00:21:33: und so weiter.
00:21:34: Dann gibt es Stimmübungen usw.
00:21:38: Da haben wir dann angefangen zur Arbeiten.
00:21:41: Erst hat er mir so ein bisschen was gemacht und er hat mir dieses oder jenes Stück gegeben.
00:21:45: da hatte ich schon mal mitbekommen gab er all seinen Gesangsschülern.
00:21:48: Und dann irgendwann hatten wir mal so eine Stunde, da ging irgendwas auf in meiner Stimme.
00:21:55: Da wurde die plötzlich größer und dann wurde der sehr aufgeregt.
00:21:58: Und er gesagt okay jetzt machen wir was anderes.
00:22:00: Dann hatte mir irgendwie eine Ari gegeben glaube aus Don Carlos.
00:22:05: sollte ich irgendwas singen
00:22:06: oder das ist aber hohe Einstiegshürde?
00:22:07: Ja ne, es war nicht Don Carlos, es waren Malatesta aus einer.
00:22:12: Oh Gott, ist das Donizetti-Arie?
00:22:14: Hattest du so was vorher schon mal gesungen in irgendeiner Form?
00:22:17: Nein, nein.
00:22:19: Und dann bekam auch ich mit das offenbar diese meine Stimme jetzt nicht... dass man da was damit machen kann.
00:22:28: Es war trotzdem so, dass es jede Gesangstunde immer die Tendenz hatte zu einer Psychotherapiestunde zu werden weil es ebenso ist, wenn einem etwas quer sitzt und eine falsche Einstellung dazu hat.
00:22:42: Viele Tätigkeiten aber singen insbesondere, es kommt vom Kopf her.
00:22:45: Natürlich muss man was wissen darüber wie man sich halten muss, wie man atmen muss... Aber der Körper weiß viel mehr als der bewusste Teil des Verstandes und man muss eigentlich eher so den Körper machen lassen.
00:22:59: Unser Verstand ist ja eher ein Problemlösungsmechanismus in dem muss man ein bisschen bei Seite schieben Hirnfrei, was ich mache.
00:23:08: Aber es ist eben eine andere Art das Gehirn oder den Verstand zu benutzen und in der Tat diesen dieser bewusste Teil muss man so ein bisschen sich ausruhen lassen.
00:23:20: Und dann gab es also diesen ersten Versuch ja diese Arihe?
00:23:24: Ja!
00:23:26: Der Lehrer hat sofort gesagt ab auf die Bühne mit dir...
00:23:29: Nein um Gott's Willen!
00:23:31: Das war nur nach dem Motto Der ist durch eine Mine gegangen, bei der nicht genau wusste ob irgendwas da findet und dann hat er so ne Art Rodiamant gefunden.
00:23:40: Aber jetzt begann halt die Arbeit diesen Rodiamanten ein bisschen zu schleifen wobei er immer gesagt hat also er hat mich immer ermutig dann irgendwie was zu machen und Erfahrung zusammen auch indem ich irgendwas mache und das war natürlich klar...
00:23:52: Die
00:23:52: Bühne würde auf absehbare Zeit etwas sein wo ich nicht irgendwo anders auftrete sondern zu Hause Leute einladen und so.
00:23:58: und ich weiß irgendwann nach drei vier Jahren habe ich das erste Hauskonzert gemacht.
00:24:03: Wenn ich heute darüber nachdenke, wie ich damals gesungen habe.
00:24:05: Dann schaudert es mich so ein bisschen und ich bin allen die da waren sehr dankbar dass sie da waren.
00:24:11: Was sagen die denn heute zu dir?
00:24:13: Also so nach dem Motto das hätte man damals nicht gedacht, dass das so funktioniert oder fanden die das damals schon so gut?
00:24:18: Und hast du subjektiv nur das Gefühl gehabt, dass du da erst rein wachsen musst?
00:24:23: also Ich glaube Es wird in meinem Leben nicht mehr vorkommen Dass ich irgendwie denke oh das war ja echt super Heute und Die Leute Sagen Das War Ja Nicht So doll ... es wird eigentlich immer umgekehrt sein.
00:24:33: Also die Leute finden, das Echo ist in der Regel positiver als... ... was ich selber so von der Performance halte.
00:24:41: So wie du's gerade formuliert hast, das hat noch nie jemand gesagt.
00:24:43: Was ich schon als Feedback bekommen habe, ist dass über die Jahre Leute gesagt haben, da hat sich noch etwas entwickelt in deiner Stimme und die fanden das vorher auch irgendwie schön.
00:24:51: aber jetzt finden sie es noch schöner.
00:24:54: Du
00:24:55: bist ja von Hause aus ein ehrgeiziger Typ?
00:24:58: Das merkt man ja allein wieder in juristischer Karriere verlaufen ist.
00:25:01: Du hast promoviert, du hast auch eine LLM hinten dran also richtig wie man sich das als Jurist vorstellt den kompletten Namen Dr... Volle
00:25:08: Kriegsbemalung!
00:25:10: Also da
00:25:11: ist alles dabei und wenn du dann als Sänger anfängst das professionell zu machen, zu professionalisieren hast du ja wahrscheinlich auch irgendwelche Ziele.
00:25:20: oder hast du das eigentlich zielfrei einfach nur der Leidenschaft bilden
00:25:24: gemacht?
00:25:28: Philosophie ist vielleicht etwas zu hochgegriffen, aber so was ich als Maxime für diese Lebensphase mir ausgegeben habe.
00:25:35: Ich möchte nur die Sachen machen, zu denen ich Lust habe!
00:25:38: Ich möchte mir keine Ziele setzen.
00:25:41: Das Prinzip wie ich jetzt... also manchmal überlege ich mir irgendwas, was ich gerne machen möchte und ich hab angefangen zum Beispiel mit allen Liederzyklen, die sich so mit Wandern unterwegs sein beschäftigen weil das meine Situation passt und die habe ich dann alle gelernt schöne Müllerin, Winterreise, Liede eines Fahrgesellen usw.
00:26:02: Und die habe ich dann zur Aufführung gebracht durch Konzerte und das hab' ich dann selber organisiert.
00:26:10: aber ich hab nicht den Plan gehabt nach dem Motto wo sehe ich mich in fünf Jahren?
00:26:16: Auf welcher Bühne stehe ich dann?
00:26:18: oder so sondern ich möchte Musik die mich anspricht kennenlernen lernen und dann ihnen nicht zu langen Abständen vor Leuten performen.
00:26:29: Was du machst, ist ja eher alte Musik.
00:26:32: Sag ich jetzt als musikalischer Laie.
00:26:35: Teils teils!
00:26:36: Also mit alter Musik... also klassische Musik macht einen wesentlichen Teil aus.
00:26:42: Nachdem wir aber diese Zyklen ausgegangen waren habe ich dann angefangen so eigene Programme zusammenzustellen und da war es relativ schnell so dass sich auch eine Art Crossover gemacht habe zum Beispiel ein Niederzytlus von Schumann den Liederkreis mit Gedichten von Eichendorf.
00:26:57: Da hatte ich so Idee, ich könnte doch zu jedem dieser Lieder ein anderes Lied als Palais machen und da sind auch modernere Lieder dabei.
00:27:04: Da habe ich so einen, zwei Musical-Nummern reingenommen und so.
00:27:08: Das heißt diese Art von Kombination mache ja auch gerne.
00:27:10: aber im Prinzip das meiste Repertoire ist oftmals klassisch, aber nicht ausschließlich.
00:27:16: Weißt du noch was du gesungen hast?
00:27:18: Als du deine Frau kennengelernt hast oder die gesagt hat der hat eine schöne Stimme und kann gut Englisch
00:27:24: Ich habe ...
00:27:25: Come on baby, light my fire.
00:27:30: Also ich hatte...
00:27:31: Hätte ich mir jetzt für entschieden dabei?
00:27:32: Was weiß ich schon?
00:27:34: Möglicherweise, ich weiß nicht genau wie mein Leben verlaufen wäre wenn ich das gesungen hätte.
00:27:38: damals aber...
00:27:39: Ich kann dir sagen wie meins verlauft
00:27:41: ist!
00:27:44: Also ich hab sicherlich, ich hatte damals drei Lieder die ich selber geschrieben hatte Beziehungsweise eins, wo die Musik von einem Freund kam, wo ich einen Text gemacht habe.
00:27:56: Die hab' ich mit Sicherheit gespielt.
00:27:58: Dann hatte ich so ein paar solche Sachen von Kat Stevens, Jim Croci, Billy Joel, John Denver ... Solche Sachen?
00:28:07: Ja ja genau!
00:28:08: Das war so mein, das war so das Grappatois was ich damals drauf hatte.
00:28:13: Oder hätte
00:28:14: ich aber auch Potenzial in dir gesehen.
00:28:18: Ich habe sicherlich Summer Road gesungen, das war damals so eins meiner Lieblingsliefer von Bruce Springsteen.
00:28:24: Und das Programm hat sich jetzt aber dann doch deutlich geändert was den öffentlichen Auftritt angeht?
00:28:29: Hat sich überhaupt in diesem Programm etwas getan?
00:28:31: weil du hast gesagt du hast ja dann zwischendurch bei Hengeler den Chor gemacht Du hast hin und wieder auch Auftritte gehabt und jetzt hast du nach dem Gesangsunterricht ein anderes Level erreicht wie du selbst beschreist.
00:28:42: Hat sich dadurch auch das Programm was du singst wesentlich geändert?
00:28:46: Naja also durch durch die Hinwendung auch zur klassischen Musik hat sich zumindest mal geändert, dass ich mich nicht mehr selber begleiten kann.
00:28:54: Also ich kann leidlich ein Gitarre Akkorde schlagen aber meine Klavierkenntnisse sind rudimentär.
00:29:00: deswegen brauche ich diese... wenn ich alle Pianistinnen und Pianisten mit denen ich gearbeitet habe und alle anderen auch, die mit Sängern arbeiten veragern möchte dann nenne ich sie jetzt Begleiter.
00:29:11: Das ist aber keine Begleite sondern aus meiner Sicht sind das Zaubererinnen und Zaubern.
00:29:15: Das sind diese Zaubrat, da sind diese Menschen den man Noten vorhin.
00:29:19: Wir gucken einmal kurz drauf und dann fangen wir an zu spielen.
00:29:21: Wahnsinn eigentlich, ja!
00:29:22: Das heißt dadurch ändert sich das Repertoire natürlich ganz stark.
00:29:25: Und manchmal kommt es wieder zusammen.
00:29:28: aber heutzutage packe ich die Gitarre eigentlich noch ganz selten an sondern mache eben mit Pianisten Aber das Programm... Ich war jetzt gerade am Wochenende bei zum sechzigsten Geburtstag eines Freundes und der hatte mich gefragt ob ich versinge und da habe ich gesungen Angels von Robbie Williams Jason Rodbrown, The Bridges of Madison County und Laval Samuel Tomer von Jack Bray.
00:29:50: Wahnsinn was für ein Repertoire eigentlich!
00:29:52: Das
00:29:52: ist sehr vielseitig.
00:29:54: Richtig habe ich auch gerade gedacht.
00:29:55: Es ist alles Gesang, es ist alles Stimme, es sind alles Musik.
00:29:58: Da gibt mir...
00:29:59: Kommt grad mal eine ganz andere Frage.
00:30:02: Du hast ja einen Sohn, das heißt du ein Werdegang der ja doch spezielle ist.
00:30:07: Hat sich dein persönlicher Erfahrung aus diesem Werdegan heraus auf die Erziehung deines Sohnes in irgendeiner Weise ausgewirkt so nach dem Motto Vergiss nie, was du wirklich möchtest.
00:30:18: Was dein Herz dir sagt?
00:30:20: Also als ich diese Entscheidung getroffen habe da war er ja schon achtzehn und nach meiner Erfahrung ist dann die Erziehung weitgehend abgeschlossen das man bis dahin nicht mehr untergebracht hat.
00:30:31: Das wird dann sehr schwierig.
00:30:33: Ich glaube schon dass ihm dieses Beispiel ... Erziehungen findet ja sehr stark statt weniger über das, was man den Kindern bewusst erzählt.
00:30:40: Sondern eher so wie man sein Leben lebt.
00:30:43: Total ja!
00:30:43: Und das ist glaube ich etwas, was er natürlich mitgenommen hat.
00:30:47: Was ich immer sehr schön finde, ist ab und zu erzählter mir, dass irgendjemandem erzählt hat, was seinen Vater gemacht hat.
00:30:53: Seine Alters in dem Altersbräckert, die finden das alle super cool.
00:30:56: Schön.
00:30:57: Die finden das total krass.
00:30:58: Sehr
00:30:58: gut, ja?
00:30:59: Das ist natürlich was, was der jetzt auch gesehen hat.
00:31:02: Dass man einen solchen Wechsel hinbekommen kann... aus dem Inneren kommt und stimmig ist, dann kann man damit etwas machen selbst wenn keine Ahnung die Gesellschaft sagt das sehr ungewöhnlich und riskant usw.
00:31:17: Hat dein Sohn Affinität zu Musik?
00:31:19: Er hatte Affinitäts-Schauspiel hat das zwischendurch mal überlegt ob er das machen wollte nachdem er auch so in der Schulzeit immer ein bisschen gemacht hat und hat eine auch nicht unrationale Entscheidung getroffen bzw.
00:31:32: in sich gefunden dass er vielleicht doch mit diesen ganz Hardcore-Künstletypen am Theater nicht so zurechtkommen würde.
00:31:39: Er hat eine ganz gute Stimme, er hat das ab und zu auch mal Gesangsunterricht genommen... ...und hat das aber bisher nicht weiter kultiviert.
00:31:45: Es hat auch Jura studiert, es macht gerade ein LLM in London also folgt da auch sehr dem Pfad den meine Frau und ich eingeschlagen haben.. ..und ist da auch schon sehr interessiert dran.
00:31:55: Das macht er gerne und so.
00:31:57: Und da bin ich eben auch total entspannt in der Hinsicht dass weil meine Geschichte so wie sie ist.
00:32:05: Ich vertrauen habe, dass das wirklich Interesse ist was aus ihm kommt, dass es Interesse an der Sache ist.
00:32:11: Und in dem Alter hätte ich wahrscheinlich an seiner Stelle auch die Idee gehabt, aus Papa einen totalen Social Media Star zu machen?
00:32:17: Nee!
00:32:17: Die Idee hatte er tatsächlich noch nie.
00:32:19: Er ist selber praktisch nicht auf sozialen Medien unterwegs und ist da extrem zurückhaltend ist auch nicht seine Art, dann zu seinem Vater zu kommen und sagen ey dad wir müssen das mal so richtig groß aufziehen hier.
00:32:33: Und ich habe da ein paar super Ideen.
00:32:34: du hast ja selber leider keine Ahnung wie es geht aber ich mache das jetzt mal für dich.
00:32:38: Was antwortest Du wenn jemand dich fragt?
00:32:40: Hat man ja ab und zu mal an dem Urlaub oder irgendwo jemandem kennen der fragt was machst Du eigentlich beruflich?
00:32:47: Wie ist da die erste spontane Antwort?
00:32:49: Inzwischen kommt das ab und vor dass ich sage Ich bin freischaffender Künstler und wenn ich damit zurückhaltend bin dann ist Es war lange Zeit so, dass ich dachte, oh, ich bin doch eigentlich kein Künstler.
00:33:00: Ich bin so ein Anwalt der jetzt mal was anderes gemacht hat.
00:33:03: und dann habe ich gesagt, ich finde von der Ausbildung her Anwald hab da lang gearbeitet aber vor wann immer das war?
00:33:10: Vor acht Jahren jetzt inzwischen achtundhalb Jahren habe ich einen anderen Weg eingeschlagen mich als freischaffender Künstlerin.
00:33:14: Das kommt mir jetzt mit den Jahren leichter von den Lippen.
00:33:17: zu Anfang war es tatsächlich eine Aufgabe mich damit tatsächlich zu identifizieren mit dieser Rolle auf eine Weise auch ernst zu nehmen damit.
00:33:28: Also inzwischen klappt das ganz gut!
00:33:34: Wie sieht denn dein Alltag aus als freischaffender Künstler?
00:33:37: Wie muss man sich das inzwischen bei dir vorstellen, was für ein Leben lebst du?
00:33:42: Also es ist als bohemmhaft zu bezeichnen, dass wäre eine starke Übertragung.
00:33:48: Da ist tatsächlich... also ich steh morgens relativ früh auf.
00:33:53: meine Frau arbeitet noch und ich wollte von vornherein jetzt nicht so einen total verschobenen Ich sag mal künstlerhaften Lebenswendel, wo ich also um halb zwölf langsam aus dem Bett kriege und dann meine Frau dann um acht Uhr oder sechs Uhr abgekämpft nach Hause kommt.
00:34:10: Und ich sie kurz abklatsche bevor ich dann in den Clubs verschwinde.
00:34:14: Das andere ist, ich möchte ja auch was machen mit dem Gesang.
00:34:16: D.h.,
00:34:17: ich stehe so halb acht, acht auf, benutze mehr Fatih Snooze-Taste, bevor ich mich tatsächlich erhebe... So geht es vielen?
00:34:24: Ja genau!
00:34:26: Steh auf, mach ein bisschen ... Freie Übungen vielleicht und Frühstücke.
00:34:31: Und lese die Zeitung, um zehn halb elf fange ich an zu singen.
00:34:37: Dann wärme ich die Stimme auf so zwanzig Minuten halbe Stunde.
00:34:42: Und dann beschäftige ich mich mit dem Repertoire was gerade so anliegt.
00:34:46: Entweder was ich selber gerade gefunden habe oder was ich machen möchte.
00:34:49: Oder wenn Konzerte anstehen das Repertoir für diese Konzert.
00:34:52: ... denk da drüber nach und probier Sachen aus.
00:34:55: Und so, das geht zu bis Mittags... ... und dann kaufe ich was ein oder erst was zum Mittag... ...und nachmittags gehe ich nochmal an die Musik ran vielleicht?
00:35:05: Oder mache ein bisschen Haushalt.
00:35:08: Das habe ich jetzt halt auch übernommen weil meine Frau noch arbeitet.
00:35:13: Machst ein bisschen Sport und beschäftige mich dann auch auf andere Weise mit der Musik,... ...wenn nicht irgendwelche andere Dinge sind, die auch zu tun sind.
00:35:20: ... die sich mir so in den Weg spülen.
00:35:25: Und dann... Genau, abends dann um sechs, sieben oder so fange ich an irgendwie Abendessen vorzubereiten, je nachdem, wenn meine Frau kommt und dann lässt sich zu Abend, da lese ich noch was, dann gehe ich ins Bett.
00:35:35: Wie oft trittst du auf?
00:35:39: Das ist eine gute Frage!
00:35:40: Also dieses Jahr war es reichhaltiger.
00:35:44: Ich weiß jetzt nicht genau aber so ... irgendwas zwischen fünfzehn und zwanzig Auftritten.
00:35:49: Und
00:35:49: wer besorgt dir die Auftritte?
00:35:51: Du dir selbst oder wirst du...
00:35:53: Wenn ich von Auftriten rede, dann zähle ich tatsächlich alles dazu.
00:35:56: ja.
00:35:56: Die sind im Auftritt bei dem Geburtstag jetzt gerade.
00:35:59: Ich bin Mitglied in so einer Gesangsgruppe Belwodsche nennen sie sich.
00:36:04: das sind im Prinzip Amateure, die aber irgendwie Gesangsausbildung haben.
00:36:08: Sie sich zu solistischen Gemeinschaftskonzerten zusammenfinden.
00:36:12: mit denen habe ich dieses Jahr, glaube ich vier oder fünf Konzerte gemacht.
00:36:17: Ich
00:36:18: habe
00:36:19: jetzt gerade in der Seniorenresidenz meiner Schwiegermutter ein Hannover-Einkonzert gemacht, werde das im November auch hier in Frankfurt nochmal machen.
00:36:29: Die letzten Jahre war ich viel unterwegs mit einem Streichquartett.
00:36:33: Das war so ein Projekt was ich mir ausgedacht hatte.
00:36:37: um auf deine Frage zu antworten dass ist alles so Guerillataktik es gibt keinen Plan.
00:36:44: Meine Maßgabe ist eher, ich sage zu nichts nein.
00:36:47: Und dann plane ich eben zum Teil meine eigene Konzerte mit meinem eigenen Programm und das mache ich dann im Rahmen von Hauskonzerten zu Hause... ...und ansonsten ergibt sich über irgendwas.
00:36:57: Würdest
00:36:57: du gerne mehr machen oder sagst du, dass es genug?
00:37:02: An sich ist das genug!
00:37:08: Manchmal kommt so zwei-drei Konzente relativ kurz hintereinander.
00:37:11: Und dann greift eben dieses andere Element, dass ich wahnsinnig gerne auch einfach so Zeit mit mir selber verbringe.
00:37:18: Dass ich etwas lese oder mich mit Fotografie beschäftige oder sonst irgendwas und da werde ich ja manchmal nachgerildet ungehalten, dass diese Termine mich bedrängen, obwohl das alles Termine sind die ich mir selbst setze.
00:37:31: Da habe ich irgendwie ein bisher nicht gestülltes Freiheitsgefühl was über die achtundhalb Jahre auch nicht schwächer geworden ist.
00:37:39: Ich stelle mir Operngesang ja wahnsinnig intensiv auch vor, also für den Körper und die Stimme.
00:37:44: Hast du da im Nachgang ein bisschen wie so einen Muskelkater irgendwie im Stimmbereich?
00:37:50: Dass du dich so ein bisschen erschöpft fühlst hinterher oder bewirkt das eher so wie so ein Runners High hinterher dass du so high flyermäßig zwei drei Tage noch gedanklich weiter schwebst in deinem Gesang?
00:38:00: Das kommt mal vor ... dass ich finde, das Konzerterlebnis war so schön für mich.
00:38:06: Dass es noch nachschwingt.
00:38:08: Meistens ist es so... Ich denke okay, war ganz ok und dann kommt Feedback.
00:38:13: Und dann find' ich's noch ein bisschen schöner weil Positives Feedback kommt.
00:38:16: So dieses Runnerside, das ist leider relativ selten bei mir.
00:38:20: Umgekehrt, dass sich so krächzend dem Publikum danke, dass es heute gekommen ist.
00:38:28: Das kommt nicht vor!
00:38:29: Da is... Gott sei Dank sage ich mal meine Gesangtechnik inzwischen so, dass das nicht passiert.
00:38:35: Das
00:38:35: kann man auch wirklich steuern ne?
00:38:37: Naja gut also das Grundproblem beim Singen ist, dass man mit ganz vielen Muskeln arbeitet bei denen es sehr schwer ist sie unmittelbar anzusteuern.
00:38:45: Das passiert eigentlich nur darüber dass man sich das vorstellt.
00:38:51: Man macht sich das nicht immer so klar.
00:38:52: Ich weiß nicht wie musikalisch ihr seid aber wenn ihr in der Lage seid jemand einen Ton auf dem Klavier anschlägt den nach zu singen Das ist ja eigentlich mein Bockling.
00:39:03: Woher weiß denn der Körper das?
00:39:04: Woher wissen die Muskeln, dass jetzt die Stimmbänder in diese Schwingung versetzt werden müssen?
00:39:09: Das zeigt nur, dass dieser Prozess des Singens sehr stark von der Vorstellung kommt.
00:39:14: Das andere ist, dass diese Muskeln eben relativ feine Muskeln sind.
00:39:16: Also keine Oberschenkel oder Bezirksmuskeln.
00:39:19: Girls for the girls!
00:39:21: Wenn man mit zu viel Muskelkraft arbeitet... Garantie dafür, dass die Stimme schneller ermüdet und dann was weiß ich rau wird oder nicht mehr gut anspringen.
00:39:30: Das Spannende ist Dirk und ich haben ja auch sehr lange mit Stimme gearbeitet.
00:39:33: Ich mache es noch immer als Sportreporter in voll besetzten Stadien.
00:39:37: also wenn wir irgendwie draußen im Stadtwald waren und da waren sechzigtausend Leute und du hast ein Fußballspiel kommentiert und ja auch dagegen angebrüllt hatte ich ganz oft hinterher so das Gefühl ich bin so richtig erschöpft.
00:39:47: Kennst du das, Dirk?
00:39:47: War das bei dir manchmal auch so?
00:39:49: Das kenne ich.
00:39:51: Der Punkt ist, genau was Kasten eben gesagt hat.
00:39:53: Du darfst nicht versuchen gegen den Krach und die Menge anzusingen sondern du musst einfach in dir selbst bleiben.
00:39:59: und du machst es wie genau kann ich nicht sagen weil ich hab's nie professionell gelernt.
00:40:03: aber du machst das irgendwie aus deinem Körper, aus deiner ja Muskulatur in der Tat heraus und du darfst es auf keinen Fall über die Stimmenbänder machen.
00:40:11: Das ist der größte Fehler den ihr machen kannst.
00:40:13: Das
00:40:14: hängt schon
00:40:16: an.
00:40:16: Genau, also wenn ich zusammengesunken bin... Also das, wenn der Körper das Instrument ist muss ich aufrichten und dann den das Kind so ein bisschen zurücknehmen und dann ruhe ich aus dem Bauch atmen.
00:40:28: die ganze diese ganze Gesangstechnik dient eben dazu auch so seit weiß ich genau seit erkannte Zeit ein bisschen danach zu ermöglichen dass einen eine menschliche Stimme trägt über ein ganzes großes romantisches Orchester hinweg in einem riesengroßen Saal.
00:40:46: Gleichzeitig ist es aber so, jeder hat die Stimme, die er hat.
00:40:53: Man kann durch Training das verbessern und lauter singen – aber irgendwann ist halt Schluss!
00:40:58: Es gibt Leute, die haben größere Stimmen oder kleinere Stimmen.
00:41:01: Man muss wissen wie die eigene Stimme ist und mit der dann arbeiten.
00:41:05: In so einem Stadion brüllen ... also wenn ich brülle auf der Bühne habe mich auch natürlich total ermüdet nach kurzer Zeit.
00:41:11: Ja, und ich glaube was du gerade gesagt hast ist der Punkt nicht die Stimmbänder sind die Stimme sondern der Körper ist das Instrument.
00:41:17: Der
00:41:17: Körper ist ein Kapitaldirk oder das weißt du ja?
00:41:20: Genau in
00:41:20: allen Lebenslagen ist
00:41:22: das
00:41:22: so.
00:41:23: Hast du eigentlich irgendwann weil du hast ja jetzt zu irgendeinem Zeitpunkt diese Entscheidung getroffen gesagt ich hätte es vielleicht noch anders machen können und hätte gleich zu Beginn auf Gesang gehen sollen und die Juristerei hätte Juristerei sein lassen sollen.
00:41:36: dann hätte richtig Sänger werden sollen und sonst nichts
00:41:39: Ja.
00:41:41: So bin ich zu meinem eigenen großen Glück nicht strukturiert,
00:41:45: weil
00:41:46: es sehr schwer finde so eine ...
00:41:49: Was wäre wenn Theorie aufzubauen?
00:41:52: Weil es häufig doch so ist dass man dann versucht diese eine Sache im Leben zu verändern aber den Rest seines Lebens möchte man natürlich behalten.
00:41:59: Wenn ich Musik studiert hätte, dann hätte ich meine Frau nicht kennengelernt oder sehr unwahrscheinlich, dass ihr kennengelernt hätt.
00:42:06: Dann hätte ich jetzt nicht dieses Leben.
00:42:08: was ich jetzt habe, das mich heute zu euch in den Podcast gespült hat und da denke ich immer ne?
00:42:17: Das ist halt so wie es is' und mach was daraus so wie's iis'.
00:42:21: Was ich manchmal gedacht hab ist wenn ich noch früher angefangen hätte zu trainieren, was dann wohl mit der Stimme noch möglich gewesen wäre weil ich immer noch das Gefühl habe auch natürlich war ich mich seit achtundhalb Jahren wirklich täglich mit der Stimme beschäftige.
00:42:36: Meine Stimme spricht gut an, darauf finde ich sie benutze und wenn nicht weiter daran arbeite... Und vielleicht, wenn ich das früher angefangen hätte, wäre da noch mehr möglich gewesen.
00:42:45: Aber selbst da denke ich dann, ja gut, vielleicht hätte ich dann angefangen Gesang zu studieren und hätte mit thirty-fünf Jahren gedacht um Gottes Willen dieser ganze... Studier jetzt
00:42:53: mal Jura!
00:42:54: Ja, wenn es dann Jura gewesen wäre stattdessen vielleicht, also ich will jetzt meinen ganz ruhigen Job haben, ich werde jetzt keine Ahnung Straßenbahnfahrer, da mich regelmäßige Zeiten haben Tariflohen und so weiter.
00:43:05: Und ich weiß immer mal nicht zu Hause bin und alles ist besser als jetzt dieses freie Künstlerleben weiterzumachen.
00:43:11: Ich weiß das ja nicht!
00:43:12: Das es mir gerade gefällt hat auch damit zu tun dass sich die Rahmenseite der ganzen Geschichte habe.
00:43:18: Absolut
00:43:18: und vor allen Dingen... Wir sind ja nun alle mehr oder weniger in unseren besten Jahren und die meisten unserer Hörerinnen und Hörern genauso.
00:43:24: Und das ist gerade diese Phase, in der man wahnsinnig viel rekapituliert über seine Vergangenheit auch nachdenkt vielleicht auch mit dem ein oder anderen so'n bisschen hartert.
00:43:32: also ich kenne das von mir.
00:43:33: Ich habe auch die Momente wo ich denke dass und das hätte definitiv anders besser machen können müssen.
00:43:38: Ist das was du glaubst?
00:43:41: Was auch eine grundlegende Lebenseinstellung ist?
00:43:43: Oder kann man sich das auch ein Stück weit antrennieren, dass man genau in diesem Rhythmus nicht verfällt und dauernd irgendwie denkt ach hättest du mal früher und hättste damals dies und jenes.
00:43:53: Also ich glaube wir haben ja keine andere Chance als im Moment zu leben und das meine ich jetzt gar nicht so sehr in dem Sinne umartig immer zufrieden zu sein mit allem was ist.
00:44:02: Ich finde das ein Gefühl dass man sagt ah das war blöd.
00:44:07: was sich daran gemacht
00:44:08: habe
00:44:08: Das ist eine wertvolle Information Mit der kann ich etwas machen.
00:44:12: oder was ich damit nicht machen kann ist das alte Ereignis zu korrigieren.
00:44:15: Ich kann jetzt nur das nehmen und gucken, okay wie kann ich das in mein Leben jetzt einbauen?
00:44:21: Und... ...ich mach auch mal Sachen wo ich im Nachhinein denke.
00:44:26: Das war jetzt echt nicht gut!
00:44:27: Ich hab viele solche Sachen gemacht in meinem Leben.
00:44:32: Und ich bemühe mich immer zu wählen.. ..nicht meine Zeit damit zu verbringen, meine Jetztgegenwahrzeit damit zu verbringen, darüber nachzudenken wie es damals waren was ich hätte machen können sondern zu gucken Was macht das denn heute mit mir?
00:44:46: Ja, wenn ich was weiß ich.
00:44:47: Wenn ich jemanden scheiße behandelt habe dann kann ich drüber nachdenken Kann ich das noch mal ansprechen.
00:44:53: ja ist das jetzt etwas was sich heute Mit dem nicht klären kann?
00:44:57: aber jedenfalls ihn nochmal sagen Ich hab das gemacht tut mir leid mehr kann ich wahrscheinlich machen.
00:45:03: Und natürlich habe ich auch Momente wo ich denke ha irgendwas sei blöd und so.
00:45:07: aber insgesamt Habe ich das Gefühl es gelingt mir ganz gut
00:45:13: in
00:45:14: diesem Sinne auch im Moment zu sein.
00:45:15: Man kann
00:45:16: ja auch einen Satz im Leben nicht ändern, es ist wie's isst.
00:45:19: also da kannst du noch soviel die das wissen wir gerade biegen können und ich finde eigentlich diesen in die zukunft gerichteten Blick genau richtig mit den Erkenntnissen aus der Vergangenheit absolut.
00:45:31: aber
00:45:31: lass uns doch mal in die Zukunft direkt gucken.
00:45:33: hast du ein musikalischen Traum den nur dir noch erfüllen möchtest?
00:45:36: ...
00:45:38: Geige mit dem Streichquartett, der hat mich das auch gefragt was ich noch so für Träume hätte.
00:45:42: Und da hab' ich ihn fragt in welche Richtung denn reinzulassen.
00:45:45: Er sagt ja so Carnegie Hall oder so.
00:45:47: und dann habe ich gesagt ...
00:45:48: ...
00:45:49: nee, ich hab das Gefühl dass das nicht unbedingt der Traum ist... ...und er sagt auch jaja wahrscheinlich ist es so, dass es mehr so Erfolgsbezogen ... ...und wenn man's dann macht kann man's abhaken aber das Erlebnis dort ist gar nicht so toll.
00:46:04: Ich finde es toll was ich gerade mache.
00:46:06: ein Musikalischer Traum ist irgendwann mal mit einem Orchester aufzutreten.
00:46:10: Also so
00:46:11: absolut die
00:46:11: Vorstellung, dass es gar nicht so sehr unbedingt eine Oper singen sondern eher so Orchester-Lieder von Mahler zum Beispiel da gibt's ganz tolle Sachen.
00:46:20: und das mal zu erleben wie das auch mit so einem Orkester dann... zu arbeiten und in dem Orchester zu stehen, das finde ich toll.
00:46:27: So Dirk jetzt haben wir so schön und solange mit Carsten Schmidherrn gesprochen.
00:46:31: bist du auch so gespannt darauf?
00:46:32: Ich
00:46:32: bin gespannt!
00:46:33: Und wie?
00:46:34: Jetzt wollen wir mal hören
00:46:34: oder?
00:46:35: Ja jetzt bin ich aber auch sehr, sehr gespannt.
00:46:36: Hast Du Dir schon überlegt was Du uns kurz zum Besten geben möchtest hier?
00:46:41: Naja
00:46:41: ich würde mal ansingen dieses Lied was ich vorhin erwähnt habe Dieses It All Fades Away.
00:46:46: Das kommt aus einem Musical The Bridges of Madison County.
00:46:50: Hier nicht so sehr, das heißt also es gibt einen Film die Brücken am Fluss mit Clint Eastwood und Meryl Streep.
00:46:56: Und diese Geschichte hat ein amerikanischer Komponist Jason Robert Browns in einem Musical umgewandelt.
00:47:04: Da gibt's dieses Lied It All Fades Away und das singt der Hauptfigur als sogenannten eleven o'clock Song kurz vor dem Ende.
00:47:12: Das habe ich mir jetzt deswegen ausgeruht, dass erstens weil es ein sehr schönes Lied ist und zweitens weil er so eine Akapelle anfängt.
00:47:17: Normalerweise hat das dann ein sehr treibende Musikteil Aber ich fang mal an.
00:47:43: I was sliding down a mountain, i was burning in the sun.
00:48:09: So weit.
00:48:29: Dankeschön!
00:48:30: Absolute Gänsehaut, jetzt hier gerade total... Das hatten wir auch noch nicht bei uns im Studio.
00:48:35: Wahnsinn, jetzt muss ich wie erst mal her.
00:48:37: Ich schwitze richtig jetzt hier.
00:48:38: Was ich so beeindruckend fand, du hast von jetzt auf gleich angefangen.
00:48:42: Du hast kurz den Oberkörper gerichtet und dann ging es los?
00:48:46: Wie machst du das normalerweise?
00:48:49: Ehrlich gesagt unglaublich schwer, so von jetzt auf gleich in den Tod zu kommen.
00:48:54: Ja also wenn ich das Aka Pella singe dann kann ich mir aussuchen wo ich anfange was die Töne angeht.
00:49:03: Das ist tatsächlich so etwas was man vielleicht als für mich persönlich als so ein Professionalisierungsprozess bezeichnen kann.
00:49:11: früher war das so da brauchte ich aber eher mental ... zu einer Vorbereitungszeit, da muss ich mich richtig einsingen und dann vorbereiten... ...und drüber nachdenken und Störungen ausschalten usw.
00:49:22: Und ich stelle fest deswegen professionellisierung ist vielleicht gar nicht das richtige Wort,... ...dass ich das nicht unbedingt brauche.
00:49:29: Wenn ich mich grundsätzlich wohlfühle in der Situation,... ...da kann ich relativ schnell so wie jetzt hier gerade
00:49:34: anfangen.
00:49:35: Also um das nach Hause zu beschreiben für die die jetzt nicht sich das gesehen haben du hast eigentlich ein bisschen den Stuhl nach hinten geschoben,... Dein Körper etwas größer gemacht, bist noch aufrechter geworden als du ohne dies warst.
00:49:48: Hast einmal kurz Luft geholt und dann ging's los!
00:49:52: Also so ungefähr würde ich sagen hat sich das abgespielt?
00:49:54: Ja genau und also ich wusste halt nicht was jetzt passieren würde.
00:50:00: aber über die Jahre ist eben das Vertrauen hinzugekommen.
00:50:03: erstens vertrauen dass das schon irgendwie okay raus kommen wird.
00:50:07: da waren jetzt eben alle Töne so perfekt ... wie sie idealerweise sein könnten.
00:50:14: Das ist das zweite, aber die sind jetzt halt gerade so wie wir grade übersprachen.
00:50:17: Die sind jetzt halb so wie sie sind und... ...das ist ja auch das was das ganze so unverwechselbar macht und so für mich auch so spannend.
00:50:25: deswegen also gegenüber solchen Geschichten hatte er keine Chance.
00:50:29: wenn ich jetzt gesagt hätte ich spiele mal eine AI Version meiner Stimme ein dann wäre hier wahrscheinlich Ich bin sehr nett, dass du gesagt hast das da jetzt Gänsehaut an der Sphäre aufgekommen.
00:50:37: Da wäre ja keine Gänseehaut aufgekommen.
00:50:39: So ein bisschen gerade, dass es ein menschliches Wesen ist was das hier zu macht
00:50:43: und das Schöne ist ihr könnt's ja tatsächlich euch angucken auch wenn ihr es gerade nur gehört habt.
00:50:47: nochmal dahin weiß auf unseren Social Media Kanälen gibt's ja genau das.
00:50:51: lieber Dirk Du solltest jetzt auch mal deinen Oberkörper richten denn wir haben natürlich heute nicht nur unfassbar tollen Gesang gehört, sondern wir haben auch eine ganze Menge gelernt von Carsten Schmittern und deswegen kommen wir jetzt zu deinem persönlichen Lieblingsinstrument.
00:51:04: Ich glaube das einzige was du wirklich gut spielen kannst und zwar deinen Jagdhorn da hat er auch lange für trainiert der gute Dirk und dass es für euch immer das Signal das Dirk nochmal für euch zusammenfasst was wir aus der heutigen Folge heute mit Carsten schmittern alles mitnehmen.
00:51:24: Ja, ich möchte Carsten eigentlich gar nicht direkt zitieren sondern einfach was bei mir so hängen geblieben ist.
00:51:28: Du kannst mich gerne Carsten auch korrigieren wenn ich dich völlig falsch verstanden habe aber... Ich hab's ein bisschen rausgehört.
00:51:32: Musik und Sinn singen vereint Körper und Geist in einer gewissen Weise also das führt das zusammen.
00:51:39: dann hast du für mich eigentlich gut dargestellt dass es zwar Gefühle gibt und dass es Emotionalität gibt das aber strukturiertes Denken durchaus auch dabei helfen kann Gefühle und Emotionen zu sortieren und einzuordnen.
00:51:55: Da hat ein bisschen auch der Jurist aus dir gesprochen, aber finde ich absolut kann ich absolut unterstreichen.
00:52:01: Und dann hattest du gesagt deine Frau hätte dir die Tür in diese Welt geöffnet?
00:52:08: Ich glaube es braucht im Leben manchmal wenn du Gedanken und Wunsch und Traum hast jemanden der die die Tür öffnet.
00:52:15: und vielleicht kann man dann auch mal mitnehmen für Zuhause Wenn man in seinem Umfeld irgendjemanden hat, von dem man glaubt er hat so einen Traum wie Carsten.
00:52:25: Versucht eben doch mal die Tür zu öffnen.
00:52:28: Der Weg ist nicht nur ganz abstrakt vorhanden, den kann man sogar gehen.
00:52:32: Und dafür finde ich war das Gespräch mit dir unglaublich gut und hilfreich.
00:52:36: Danke schön, lieber Karsten!
00:52:37: Hat mich sehr gefreut, danke!
00:52:38: Ja, nicht nur dafür.
00:52:40: Sehr viel Inspiration nehmen wir auf jeden Fall alle mit.
00:52:42: Toller Lebensweg.
00:52:43: und dir lieber Karstens ganz viel Spaß weiterhin bei der Umsetzung deines Lebenstraums und bei der Erfüllung deiner wunderbaren Harmonie die du zusammen mit deiner Musik bildest.
00:52:52: Schönen Dank für deine Zeit Und für deinen Input, danke schön, dass du da warst.
00:52:55: Alles Gute für dich!
00:52:56: Danke dir, danke euch!
00:52:58: Und
00:52:58: lieber Dirk das Schöne ist auch.
00:53:00: nächste Woche gibt's ja wieder einen Donnerstag
00:53:02: und erfolge mich schon wieder drauf denn Donnersdag is Legendentag.
00:53:05: die Halbzeitlegenden
00:53:06: kommen wieder... ...und auch dann wirds wieder halbzeit legendär.
00:53:08: also bis nächste Woche.
00:53:09: ihr Lieben macht es gut.
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